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Albumbesprechung U2 - Achtung Baby

Interpret: U2

Titel: Achtung Baby

Erscheinungsjahr: 1991

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Achtung Baby war das siebte Studioalbum von U2. Es erschien nach dem mittelmäßig erfolgreichen Album Rattle And Hum im Jahr 1991. Nach Rattle And Hum zog sich die Band zurück, in Fachkreisen wurde über eine bevorstehende Auflösung der Band gemunkelt. Tatsächlich dachten die Bandmitglieder nach eigenen Aussagen daran, primär wollte man die Pause aber erst einmal nutzen, um über die musikalsiche Ausrichtung nachzudenken. Achtung Baby legt eindrucksvoll Zeugnis dieser Überlegungen ab, die Band zeigte sich praktisch runderneuert. U2 nutzte Ideen aus Alternative Rock und Electronic-Music. Gitarrist The Edge fuhr ein neues Soundarsenal auf, die klassischen Delay-Effekte traten dabei etwas in den Hintergrund. Das neue Konzept ging auf, Achtung Baby wurde ein Riesenerfolg und verkaufte sich über 18 Millionen mal. Die Kritiker lobten das Album über den grünen Klee und die Fans liebten es, zudem gab es einen Grammy. Besser geht es kaum.

Die Songs

"Zoo Station" erinnert an Bowie in seiner Berlin-Phase und ist ein erster Beleg für den Veränderungswillen der Band. Auch "Even Better Than the Real Thing" erinnert mich an David Bowie, dieses Mal mit schöner Synthiemelodie und harten Gitarrensounds. Etwas leichter kommt die erfolgreich ausgekoppelte Ballade "One". "Until the End of the World" ist ein Mix aus alten und modernen U2 Sounds und erinnert mich so etwas an die Simple Minds. "Who's Gonna Ride Your Wild Horses" startet mit einem heftigen Gitarrengewitter, wird dann aber melodiöser und erfreut mit einem eingängigen Refrain. "So Cruel" wirkt im Anschluss etwas brav und langweilig.

"The Fly" ist ein Mix aus Dancefloor und alten U2 Sounds, eingängiger und wiederum erfolgreich ausgekoppelt ist "Mysterious Ways". "Tryin' to Throw Your Arms Around the World" besitzt mit einer minimalistischen Instrumentierung eine gewisse Ambientausrichtung. "Ultraviolet (Light My Way)" ist ein guter Rocksong mit einigen klassischen U2 Parts, während "Acrobat" mit Ambientsounds wieder atmosphärischer klingt. Auch "Love Is Blindness" ist ein eher getragener Song mit einer melancholischen Note.

Fazit Achtung Baby war ein überraschendes Statement von U2. Die Band hatte ähnliches teilweise zuvor schon angedeutet, insgesamt lag die Band aber selten zuvor so weit weg vom klassischen U2 Sound. Für mich verbreitet das Album einiges Flair der Berlin-Phase von David Bowie. Das könnte an Eno liegen, der vielleicht auch die Ambientsounds beeinflusste. In der Band gab es Spannungen bezüglich des Kurswechsels. Bono und The Edge wollten möglichst weit weg von alten Sounds, Mullen und Clayton wollten bei ihren Leisten bleiben. Damit die Band nicht auseinanderbrach, musste ein Kompromiss her. Mullen und Clayton konnten sich wider Erwarten durchsetzen, was sicherlich gut war. Für viele Fans und Kritiker war Achtung Baby zumindest das Beste, was U2 je vorgelegt haben.

Trackliste

  1. Zoo Station 4:36
  2. Even Better Than the Real Thing 3:41
  3. One 4:36
  4. Until the End of the World 4:39
  5. Who's Gonna Ride Your Wild Horses 5:16
  6. So Cruel 5:49
  7. The Fly 4:29
  8. Mysterious Ways 4:04
  9. Tryin' to Throw Your Arms Around the World 3:53
  10. Ultraviolet (Light My Way) 5:31
  11. Acrobat 4:30
  12. Love Is Blindness 4:23

Rezensent: MP

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