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CD-Kritik UK - Danger Money

Interpret: UK

Titel: Danger Money

Erscheinungsjahr: 1979

Genre: Symphonic-Rock, Prog-Rock, Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Danger Money ist das zweite Album der englischen Band U.K. Das Album erschien im Jahr 1979 und erreichte Rang 45 der US-Charts. Der Song Nothing To Loose schaffte es als Single im UK auf Rang 67 der Charts

UK wurden als eine Art Supergroup des Jazzrock/Prog-Rock gehandelt. Die Anfangsformation bestand aus Eddie Jobson, John Wetton, Bill Bruford und Allan Holdsworth. Nach dem Debütalbum verließen Bruford und Holdsworth die Band. Die Band verschlankte sich zu den Aufnahmen von Danger Money zum Trio, bestehend aus Eddie Jobson (keyboards, electric violin), John Wetton (lead vocals, bass) und Terry Bozzio (drums, percussion).

So ganz neu war das Material auf Danger Money nicht. Die Songs The Only Thing She Needs, Caesar's Palace Blues und Carrying No Cross wurden zuvor im Rahmen einer Tour 1978 gespielt. Soundmäßig änderte sich gegenüber dem Debütalbum allerdings einiges. Die Gitarrenparts von Holdsworth fehlten, die Akzente auf den Melodieinstrumenten setzte Eddie Jobson mit seinen Beiträgen an Violine und Keyboards. Zudem brachte Bozzio etwas mehr Druck als Bruford mit. Während das Debütalbum extrem nahe am Jazzrock lag, wurden die jazzigen Anteile auf Danger Money zurückgefahren. Das klang rockiger und eingängiger, besaß aber dennoch viele Elemente aus Prog- und Jazz-Rock.

Eine starke kommerzielle Tendenz wurde von vielen Kritikern bemängelt. Das ist durchaus Ansichtssache. Tatsache war: Nothing To Loose erreichte immerhin die Singlecharts, auch Rendezvous 6.02 hatte durchaus das Zeug, den Mainstream Hörer zu erreichen. Außerdem erfuhren einige Songs des Albums ein gewisses Radio Airplay. Dennoch ist Danger Money kein Album, welches man dem Mainstream Rock zuordnen kann.

Erstaunlich ist die Tatsache, dass die Band in der Punk- bzw. Post-Punk Phase mit ihrer doch eher kunstvollen Musik einigermaßen erfolgreich war. Für komplexe musikalische Strukturen war damals eigentlich wenig Raum. Von daher konnten U.K. zu der Zeit in dem Genre Akzente setzen, auch wenn viele Prog-Rock Kenner dieses Album nicht mögen bzw. zumindest kontrovers diskutieren.

Die Songs

U. K. lassen es mit dem Titelsong "Danger Money" nach einem schönen Synthieintro vergleichsweise dumpf rocken. Allerdings weist der Song mit einem abgedrehten und disharmonischen Part einen echten Höhepunkt auf. Recht eingängig wirkt der Song "Rendezvous 6.02", der vor allem von schönen Pianosounds getragen wird. "The Only Thing She Needs" erhält durch Bozzios energisches Drumming einen rockigen Drive, der Song kann sich vor allem zum Ende permanent steigern. Ähnlich gestrickt ist "Caesar's Palace Blues". Interessant die Violinparts, welche sozusagen die fehlenden Gitarrenparts ersetzen.

Mit "Nothing To Lose" folgt der eingängigste Song von U.K. Das besitzt eine gewisse Nähe zu Bands wie Asia, allerdings können U. K. instrumental mehr vorweisen. Nach diesem leichtfüßigen Song folgt mit "Carrying No Cross" der längste und stärkste Track des Albums. Der Song überzeugt mit vielen progressiven Ideen und einem mitreißenden Instrumentalteil, den Jobson praktisch komplett selbst erledigt.

Fazit U. K. war eine Band, die polarisierte. In ihrer aktiven Zeit wurden die Musiker als überheblich und arrogant bezeichnet. Die Band wurde als Supergroup zusammengestellt. Nach dem Weggang von Bruford und Holdsworth änderte sich viel. Bozzio trommelt fulminant und hart, Jobson setzt die instrumentalen Akzente. Darüber liegt die vertraute Stimme Wettons. Insgesamt klingt das oft bombastisch, aus meiner Sicht aber nicht aufgeblasen. Die Band bietet eine breite emotionale Palette an und kommt damit sogar einigermaßen glaubwürdig rüber. Allerdings muss ich hier auch klar sagen: das wird von vielen Kritikern ganz anders gesehen, von ihnen wird diese Musik als extrem unterkühlt bezeichnet. Danger Money war im Erscheinungsjahr in jedem Fall ein mutiges Werk, weil solche Sounds eigentlich kaum noch gefragt waren. Ungeachtet aller negativen Bewertungen stellt es, aus meiner Sicht, eines der stärksten Alben in 1979 dar.

Trackliste

  1. Danger Money (8:12)
  2. Rendezvous 6:02 (5:00)
  3. The Only Thing She Needs (7:53)
  4. Caesar's Palace Blues (4:42)
  5. Nothing to Lose (3:57)
  6. Carrying No Cross (12:20)

Rezensent: MP