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Albumbesprechung Joe Walsh - Analog Man

Interpret: Joe Walsh

Titel: Analog Man

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Analog Man ist der Titel eines Soloalbums von Joe Walsh. Das Album erschien 2012, nahezu 20 Jahre nach seinem letzten Soloalbum Songs For A Dying Planet.

Kommerziell lief es für Walsh nicht schlecht, in den USA sprang immerhin Rang 12 der Billboard 200 heraus. Die Kritiken fielen zwar gemischt aus, was aber bezogen auf Walshs Soloalbum durchaus normal ist. Walsh gilt nicht unbedingt als der begnadete Sänger und auch über seine Songwritingqualitäten kann man geteilter Meinung sein.

Dafür ist Walsh ansonsten eine echte Hausnummer in der Szene. Legendär seine erste Band James Gang, später einige ordentliche Soloversuche (mit kleineren Hits wie Rocky Mountain Way oder Life's Been Good) und natürlich die Mitgliedschaft bei den Überfliegern The Eagles. Man kennt ihn, schätzt seinen speziellen Humor und sein ausgebufftes Gitarrespiel. Da geben sich dann auch mal bekannte Namen die Klinke in die Hand, hier hat er z. B. Jeff Lynne, Ringo Starr, Graham Nash und David Crosby als Gastmusiker dabei.

Jeff Lynne spielt dabei als Mitmusiker und vor allem als Produzent eine prägnante Rolle, ebenfalls besonders erwähnenswert ist Tommy Lee James als Co-Autor bei vier Songs. Alles in Allem hat das musikalisch tatsächlich eine gewisse retro-Note. Aber dennoch handelt es sich um eine perfekte Produktion, welche wie erwähnt deutlich die Handschrift Lynnes trägt.

Und es gibt den für Walsh typischen Reigen an ordentlichen Songs, welche aber oft Luft nach oben haben (Wrecking Ball, Family, One Day At A time und Hi-roller Baby). Das ist beileibe keine schlechte Musik, es fehlen aber die Highlights. Etwas besser klappt das auf Songs wie Lucky That Way, Spanish Dancer und Band Played On.

Witzig gemacht ist Funk 50 als kurze Hommage an den Walsh Klassiker Funk #49. Die zweite Instrumentalnummer India überrascht mit einem (manchmal etwas wilden) Mix aus Synthiespielereien, synthetischen Drums, AC/DC Thunderstruck Leadriff und fetten ZZ Top Rhythmusriffs.

Höhepunkt des Albums ist m. E. der Titeltrack Analog Man. Das ist diese Art brillante Rockmusik, welche Walsh immer wieder abzuliefern imstande ist.

Fazit Eine typische Joe Walsh Produktion, so würde ich es im Fall von Analog Man auf einen kurzen Nenner bringen wollen. Leider bedeutet das in der Praxis: solide Arbeit, aber wenige Ausreisser nach oben. Und damit hat man eben so ein spezielles Walsh-Produkt: sympathisch, liebenswert, mit schöner Gitarrenarbeit, kauziger gesanglicher Note und Luft nach oben.

Trackliste

  1. Analog Man (Joe Walsh, Drew Hester, Gannin Arnold) - 4:03
  2. Wrecking Ball (Joe Walsh, Tommy Lee James) - 3:45
  3. Lucky That Way (Joe Walsh, Tommy Lee James) - 4:14
  4. Spanish Dancer - 3:49
  5. Band Played On (Joe Walsh, Tommy Lee James) - 4:03
  6. Family(Joe Walsh, Tommy Lee James) - 4:21
  7. One Day at a Time - 3:18
  8. Hi-Roller Baby (Tim Armstrong) - 3:18
  9. Funk 50 - 1:57
  10. India - 3:44
  11. Fishbone - 3:49 (Deluxe Edition Bonus Track)
  12. But I Try (Little Richard, Dale Peters, Jimmy Fox, Joe Walsh) - 6:40 (Deluxe Edition Bonus Track, Aufnahme von 1970 mit James Gang & Little Richard)

Alle Songs Joe Walsh sofern nicht anders vermerkt

Rezensent: MP