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Albumbesprechung The Who - The Who By Numbers

Interpret: The Who

Titel: The Who By Numbers

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Who by Numbers ist das siebte Album der Band The Who. Das Album erschien im Jahr 1975. Die Band konnte mit dem Album wieder einen guten Erfolg verbuchen. Die Kritiken waren in der Regel recht gut und das Album wurde in einigen Listings zu den wichtigsten Alben des Jahres 1975 gezählt.

In den US-Charts erreichte das Album Rang 7, in den UK Charts Rang 8. Die Singles Squeeze Box (USA Rang 16) und Slip Kid (UK Rang 10) waren nicht so erfolgreich, wie es die Band eigentlich gewohnt war.

Das Album The Who By Numbers unterscheidet sich von Vorgängeralben wie Tommy oder Who's Next. Insgesamt verlegt sich Townshend auf einfachere Songs und sehr persönliche Themen. Die gesamte Stimmung des Album inklusive der Texte war dunkler und oft etwas verbittert, wenn man von wenigen Songs wie dem unverbindlichen und fast fröhlichen Squeeze Box oder auch der eher positiven Botschaft von Blue, Red And Grey absieht.

Die Songs:

Mit "Slip Kid" beweist Pete Townshend einmal mehr seine Qualitäten als Songwriter. Ein eingängiger und sehr gut arrangierter Songs. Relativ locker flockig geht dann "However Much I Booze" los. Erstaunlich, denn Townshend beschreibt darin die Stationen seines Alkoholismus. Townshend singt diesen introspektiven Song selbst. Ähnlich gestrickt ist der relativ unverbindliche Song "Squeeze Box", der musikalisch aus Rockabilly und Country schöpft. Verstärkt wird die Countrynote durch den Einsatz des Banjos. Erstaunlicherweise gehört der Song zu den Klassikern der Band, obwohl er musikalisch nicht herausragend ist. "Dreaming From The Waist" ist wieder ein introspektiver Townshend Song. Er befasst sich ausgiebig mit dem Thema Frauen. Townshend knüpft mit seinen Gitarrenparts an alte Tugenden an und liefert einen etwas komplexeren Song ab. Dennoch ist es keiner seiner Übersongs, obwohl er gemäß späteren Statements zu den Lieblingssongs von Townshend und auch Entwistle gehörte. Auch "Imagine A Man" knüpft - in balladesker Form - an alte Songs an, erreicht aber aus meiner Sicht nicht deren Niveau.

Der Entwistle Song "Success Story" rockt zwar gut los, stellt aber kein Highlight dar. Die Bridge des Songs wird übrigens von Entwistle selbst gesungen. "They Are All In Love" ist wieder ein recht persönlicher Townshend Song, der sich mit Frauen befasst. Eine bittersüße Ballade, sehr gut von Daltrey interpretiert. "Blue Red And Grey" stellt eines der Highlights des Albums dar. Der von Townshend gesungene Song klingt stimmig. Auch mit "How Many Friends" erreicht Townshend alte Form. Mit relativ vertrauten Gitarrenriffs verabschiedet sich die Band mit dem Song "In A Hand Or a Face".

Fazit The Who By Numbers ist keines der stärksten Alben von The Who. Townshend schreibt sich viele persönliche Dinge von der Seele, aber die Songs überzeugen nicht immer. Außer den gut gelungenen Songs Slip Kid, Blue Red And Grey und How Many Friends sind nach meinem Empfinden keine Topsongs auf dem Album. Andererseits muss man However Much I Booze und Squeeze Box zu den Klassikern von The Who zählen. Letztlich kann der Songwriter Townshend auch mit weniger überragenden Songs ein Album bestreiten, gemessen an seinen Möglichkeiten wirkt das meiste aber etwas harmlos. Leider hat auch Daltrey schon bessere Tage gesehen.

Trackliste

  1. Slip Kid 4:31
  2. However Much I Booze 5:03
  3. Squeeze Box 2:42
  4. Dreaming from the Waist 4:09
  5. Imagine a Man 4:04
  6. Success Story 3:24
  7. They Are All in Love 3:03
  8. Blue Red and Grey 2:50
  9. How Many Friends 4:06
  10. In a Hand or a Face 3:25
  11. 1996 reissue bonus tracks
  12. Squeeze Box (Live) 3:13
  13. Behind Blue Eyes (Live) 4:39
  14. Dreaming From the Waist (Live) 4:57

Rezensent: MP