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CD-Kritik Kim Wilde - Come Out And Play

Interpret: Kim Wilde

Titel: Come Out And Play

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Pop, Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Come Out and Play ist das elfte Studio Album von Kim Wilde. Das Album wurde in Europa im August 2010 veröffentlicht. Der ausgekoppelte Song Lights Down Low erhielt in Deutschland ein gutes Airplay, erreichte aber nur Rang 34 der Charts. Das Album schaffte in Deutschland ordentliche Chartplatzierungen. In anderen Ländern lief es nicht ganz so gut, alles in allem war Come Out And Play kein großer Erfolg für Kim Wilde.

Kim Wilde genießt in Deutschland nach wie vor ein großes Ansehen, nicht nur wegen ihrer Zusammenarbeit mit Nena. Wilde wirkt musikalisch durchaus gereifter. Sie klingt modern, aber irgendwie auch sehr nach den 1980ern. Oder wie es Kim selbst ausdrückt:

It's an album that reminds you of the Eighties, but still sounds very 21st century

Die Songs

"King Of The World" ist ein druckvoller Song und, so Kim Wilde, eine Hommage an ihren verstorbenen Freund Patrick. Musikalisch schafft Wilde den musikalischen Transport der 80er in die Jetztzeit mühelos. "Lights Down Low" spielt mit den typischen Rezepturen, welche man von Kim Wilde kennt. Ein guter Song, der im Electro-Pop/Disco-Pop beheimatet ist. "Real Life" befasst sich inhaltlich mit dem wahren Leben, so wie es sich Kim Wilde vorstellt. Musikalisch kommt sie hier komplett in den 80ern an. "Greatest Journey" ist eine Co-Produktion von Kim und Ricky Wilde. Inhaltlich wirkt der Song sehr tiefgründig, musikalisch klingt das wieder stark nach den 80ern. Die wuchtigen Drums erinnern immer wieder an Phil Collins' In The Air Tonight bzw. Frida's Something Going On.

"I Want What I Want" zeigt eine äußerst selbstbewusste Wilde, die weiß was sie will. "Love Conquers All" ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Nik Kershaw, was man merkt: die Melodie wirkt äußerst eingängig, aber auch sehr gut. "Hey! You!" donnert sehr Depeche Mode Like los. Im Gegensatz dazu wirkt "Suicide" wieder rockiger. Inhaltlich handelt es sich um ein Schwergewicht, es geht um die Gier in uns allen, die wir letztlich nie befriedigen können und die irgendwann im Selbstmord endet.

"This Paranoia" rockt gut und wirkt in der Strophe wie Love Cats (The Cure) auf Speed. Es stellt einen besonderen Song dar, denn immerhin spielt Kims Sohn Harry die Leadgitarre. "Loving You More" wirkt nach dem schmissigen Vorgänger wie Balsam. Die Ballade von Ricky Wilde besitzt einen gewissen Hang zu dramatischen Balladen der frühen 1960er und dem 1980er AOR. "Get Out" zeigt eine bissige Wilde. Musikalisch hätte der Song gut in die Post-Punk Phase gepasst. "My Wish Is Your Command" stammt von Ricky Wilde und Kims Nichte Scarlett. "Jessica" ist ein Song von Kim und gleichzeitig eine Hommage an ihren gleichnamigen Airdale Terrier Jessica. Aufgrund der Pianobegleitung entsteht ein gewisses Kate Bush Flair, was aber gut klingt und das Beste zum Schluss präsentiert.

Fazit Das Motto lautete: die 80er in die Jetztzeit transportieren. Das ist Kim Wilde mit Come Out And Play durchaus gelungen. Sie präsentiert ein ansprechendes Album, welches ins Jetzt passt und dennoch mit den 80s liebäugelt. Damit müssten alle Wilde Fans mehr als gut zurecht kommen, denn Kim und Ricky liefern ein stimmiges Album ab.

Trackliste

  1. King of the World 3:31
  2. Lights Down Low 3:00
  3. Real Life 3:54
  4. Greatest Journey (mit Glenn Gregory) 3:48
  5. I Want What I Want 3:06
  6. Love Conquers All (mit Nik Kershaw) 3:58
  7. Hey You! 3:12
  8. Suicide 2:41
  9. This Paranoia 2:48
  10. Loving You More 4:01
  11. Get Out 3:45
  12. My Wish is Your Command 3:33
  13. Jessica 1:21
  14. Carry Me Home (digital download bonus track) 4:03

Rezensent: MP