zarathustra

Albumbesprechung Zarathustra - Zarathustra

Interpret: Zarathustra

Titel: Zarathustra

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Zarathustra ist der Titel des ersten und einzigen Albums der Deutschen Band Zarathustra. Das Album erschien im Jahr 1972, eingespielt wurde es in der Besetzung Ernst Herzner (Gesang), Wolfgang Reimer (Gitarre, Gesang, Percussion ), Michael Just (Bass, Gesang), Klaus Werner (Orgel) und Wolfgang Behrmann (Schlagzeug, Percussion).

Zarathustra ließen sich in starkem Maß von englischen Bands wie Deep Purple und vor allem Uriah Heep inspirieren. Während die Deep Purple Note vor allem in Orgelsounds im Stil von Jon Lord zum Tragen kam, war die Uriah Heep Nähe allgemein stärker spürbar, nicht zuletzt im Lead- und Harmoniegesang. Da die Band in der Region Hamburg als Liveband recht bekannt war, gab es einen Plattenvertrag bei Metronome. 1971 ging es ins Windrose Studio Hamburg und 1972 wurde das Debütalbum veröffentlicht.

Die Songs

  • "Eternal Light" läutet das Album ein und macht klar, warum die Band als Deutsche Uriah Heep gehandelt wurde. Es wird auch klar, dass einige Deutsche Bands durchaus auf Augenhöhe mit den Vorbildern spielen konnten.
  • "Mr. Joker" könnte man zwar auch in den Uriah Heep Topf werden, mich persönlich erinnert das aber stärker an die frühen Status Quo aus der Ma Kelly Phase.
  • "Past Time" ist mit einer Laufzeit von 9:54 der längste Song des Albums. Wieder ist eine klare Uriah Heep Note vernehmbar, zudem etwas von Deep Purple und ein leicht krautiges Feel.
  • "Nightmare" erinnert vor allem im Harmoniegesang an Uriah Heep. Ansonsten hat die Band in diesem Fall eine relativ eigenständige Mischung aus Hard-Rock, Melodic-Rock und etwas Psychedelic kreiert.
  • "Sad Woman" wandelt erneut in harten zeittypischen Sounds und bewegt sich irgendwo zwischen Uriah Heep, UFO und Nazareth.
  • "Ormuzd" ist mit knapp über 7 Minuten der zweitlängste Track des Albums. Die Hammondsounds erinnern an die frühen Eloy (im Umkehrschluss könnte man auch sagen, dass Eloy auf Inside im Jahr 1973 nach Zarathustra klingen). Vielleicht auch ein Beleg dafür, dass einige Deutsche Bands jener Tage einfach die gleichen Vorbilder hatten.

Fazit Zarathustras Debütalbum könnte man gleichzeitig als bemerkenswert wie überflüssig bezeichnen. Überflüssig vielleicht, da die Band durch die Nähe zu den Vorbildern nicht zu den innovativen Bands zählte. Bemerkenswert aber paradoxerweise gerade wegen der Nähe zu den Vorbildern bzw. genauer, weil sie diesen Vorbildern im Gegensatz zu vielen anderen Deutschen Bands ziemlich nahe kam. Die musikalische Leistung ist dementsprechend gut. Mir persönlich sagt Herzners Gesang z. B. sehr zu, der Mann shoutet gut. Die Rhythmusfraktion um Just und Behrmann spielt tight, Reimers bringt sich mit zeitgemäßen Gitarrensounds ein und Werner setzt die für den Stil wichtigen Orgelsounds gut in Szene. Es gab und gibt sicherlich individuellere Bands, aber in der Summe wirkt dieses Paket von Zarathustra stimmig (vor allem, wenn man das Veröffentlichungsjahr berücksichtigt). So gesehen ein gutes frühes Hard-Rock Album aus Deutschland.

Trackliste

  1. Eternal Light 5.39
  2. Mr.Joker 3.42
  3. Past Time 9.54
  4. Nightmare 5.34
  5. Sad Woman 3.35
  6. Ormuzd 7.27

Rezensent: MP