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Albumbesprechung Wolfgang Ambros - Es lebe der Zentralfriedhof

Interpret: Wolfgang Ambros

Titel: Es lebe der Zentralfriedhof

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Singer Songwriter, Austro-Pop

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Es lebe der Zentralfriedhof ist ein Album von Wolfgang Ambros. Das Album wurde 1975 veröffentlicht. Wolfgang Ambros ist Österreicher. In seiner Heimat gehört Ambros zu den ganz Großen der Szene. Ambros nahm schon 1971 die erste Scheibe auf. Damals vertonte er ein Gedicht von Joesi Prokopetz, mit dem er fortan häufig zusammenarbeitete. Der Song "Hofa" wurde ein Hit und Ambros wurde mit einem Schlag bekannt. Ebenfalls mit Prokopetz nahm er 1974 das Kultalbum "Watzmann" auf. Im Jahr 1975 erschien das Album "Zentralfriedhof". Damals war Ambros Teil einer interessanten Musikszene in Österreich, die qualitativ der deutschen Szene zweifellos überlegen war. Wolfgang Ambros konnte auch in Deutschland mit Songs wie "Zwickt's Mi" oder "Schifoahn" gewisse Erfolge erzielen und machte sich sich außerdem als famoser Interpret von Dylan Songs einen guten Namen. Die vorliegende Scheibe genießt, ähnlich wie Watzmann, eine Art Kultstatus.

Die Songs:

  1. "Es lebe der Zentralfriedhof": der Zentralfriedhof ist tatsächlich ein beliebter Ort in Wien. Von daher kann man mit dem Titel gut leben. Song und Text passen außerdem sehr gut zusammen.
  2. "Wem Heut Net Schlecht Is": der Song handelt vom Saufen. Mit dem geschrammelten Intro klingt das sehr stimmig.
  3. "Espresso": eine Ode an die Langeweile, die musikalisch aber wenig langweilig wirkt.
  4. "G'söchta": ein G'söchta ist sowas wie ein Fettsack oder ein Dummkopf. Ambros pointiert den groovigen Song kurz und bissig.
  5. "Heite Drah I Mi Ham": ist der erste Song von Georg Danzer. Ein schwermütiger Song über einen schwermütigen Menschen.
  6. "Zwickt's Mi": bildet den krassen Gegensatz zum vorhergehenden Song. Ein echtes Spaß-Lied mit kurzweiligem Text.
  7. "Familie Pingitzer": ist ein schöner Blues über die typische Durchschnittsfamilie.
  8. "De Kinettn Wo I Schlof": wirkt nachdenklich und ruhig.
  9. "A Gulasch Und A Seitl Bier": der zweite Georg Danzer Song ist mit der Vaudeville Instrumentierung interessant gestaltet.
  10. "I Glaub I Geh Jetzt": bildet als langsamer Abschiedssong den passenden Abschluss des Albums.

Fazit Wolfgang Ambros bildete mit Danzer und Co. die Speerspitze der damals sehr regen österreichischen Singer Songwriterszene. Es Lebe der Zentralfriedhof ist, neben Watzmann und seinen Dylan Alben, das wichtigste Ambros-Album. Ambros überzeugt musikalisch und textlich, Zentralfriedhof stellt heute eigentlich ein musikalisches Relikt dar, das man in eine Sammlung aufnehmen sollte.

Rezensent: MP