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Albumbesprechung Dewa Budjana - Joged Kahyangan

Interpret: Dewa Budjana

Titel: Joged Kahyangan

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Fusion

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Joged Kahyangan ist der Titel eines Albums von Dewa Budjana. Das Album erschien 2013 bei Moonjune Records.

Dewa Budjana ist ein Gitarrist, der in Indonesien mit der Band Gigi zu den absoluten Popstars gehört. Bei uns könnte Budjana Insidern ein Begriff sein, in den USA hat er sich mittlerweile einen gewissen Ruf in der Jazz-Fusion Szene erspielt. Daher konnte er für diese Album recht bekannte Leute anheuern: Drummer Peter Erskine ist auf diesem Album wieder mit von der Partie, Bassist Jimmy Johnson, Keyboarder Larry Goldings und Saxofonist Bob Mintzer. Auf dem einzigen nicht rein instrumentalen Track, As You Leave Your Nest, singt Janis Siegel (Manhattan Transfer).

Das Album wurde lt. Sleeve-Info an nur einem Tag eingespielt. Das ist schnell, zumal hier doch unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Allerdings ist Budjana ein profunder Kenner der westlichen Fusion- und Progszene. Er begann sich nach eigenen Aussagen schon früh für westliche Gitarristen wie Metheny, McLaughlin oder Holdsworth zu interessieren und gilt als glühender Verehrer des legendären ECM Labels. Dies macht natürlich die Kommunikation mit den anderen Musikern einfacher und daher überrascht es auch nicht, dass sich Budjana mit seinen Soloalben dem von ihm geschätzten westlichen Jazz-Fusion nähert. Er legt nun sein zweites Soloalbum bei Moonjune vor (sein sechstes insgesamt) und auch hier kann man vor allem von einem westlich orientierten Fusionalbum sprechen.

Seine Roots lässt Budjana hier nur sehr verhalten durchscheinen. Das finde ich persönlich schade, zumal gerade die Kombi aus Fernost und West immer ganz prickelnd klingt (wie etwa auf Dang Hyang Story und Guru Mandala zu hören). Foggy Cloud schrieb Budjana zwar in Erinnerung an einen nebligen Tag in den Gebirgen Ost-Javas. Von Java ist vergleichsweise wenig vernehmbar, vielmehr handelt es um einen Jazz-Fusion westlicher Prägung. Auch Joged Kahyangan klingt sehr nach westlichem Fusion, die Motive erinnert mich etwas an die Dixie Dregs.

Grundsätzlich hält Budjana, wie erwähnt, an eher westlichem Fusion fest und das gibt es oft mit einer sehr leichtgewichtigen Note. Der verträumte Jazz-Pop As You Leave My Nest etwa ist eine Einspielung ohne Mintzer und Johnson, dafür mit Sängerin Janis Siegel. Der Abschluss Borra's Ballad ist ein eingängiger akustischer Abschluss. Etwas aufregender wirkt die Hommage an seine Parker-Gitarre, der Song Majik Blue. Den aus meiner Sicht stärksten Track liefert Budjana mit dem Track Erskoman ab, seiner Verneigung vor Drummer Erskine. Auch hier gibt es westlich orientierten Fusion, allerdings versprüht der Song einen gewissen Jam-Charakter und wirkt vergleichsweise energetisch.

Fazit Budjana bestätigt auch mit diesem Album, dass er mit allen Wassern des westlichen Fusion gewaschen ist. Schade nur, dass sich Budjana stärker auf westlichen Fusion als auf seine Roots beruft. Denn gerade wenn er eine fernöstliche Note einbringt, wertet es das Album auf. Außerdem könnte er mit der Band gerne mehr Gas geben. In der Summe tendiert Budjana aber zu technisch perfektem, edlen aber stellenweise spannungsarmen Fusion. Eine tadellose Leistung ist das an sich schon, Jazz-Rock Puristen oder gar Proggies dürften aber etwas unterfordert sein.

Trackliste

  1. Foggy Cloud (6:59)
  2. Joged Kahyangan (5:26)
  3. Dang Hyang Story (5:41)
  4. As You Leave My Nest (5:03)
  5. Majik Blue (5:34)
  6. Erskoman (7:46)
  7. Guru Mandala (6:17)
  8. Borra's Ballad (6:19)

Rezensent: MP