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Albumbesprechung Cornershop - Urban Turban - The Singhles Club

Interpret: Cornershop

Titel: Urban Turban - The Singhles Club

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Dance, Hip-Hop, Punjab-Folk, Indie

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Urban Turban - The Singhles Club ist ein Album der britischen Band Cornershop. Das Album soll am 14. Mai 2012 über das bandeigene Label Ample Play veröffentlicht werden.

Es ist das mittlerweile achte Album der Band um Tjinder Singh. Cornershop konnten 1997 mit ihrem Video Brimful Of Asha erstmals auf sich aufmerksam machen. Tjinder Singh sang vornehmlich in Punjab und kreierte eine interessante Mischung aus indischen Sounds und modernen Popsounds. Seit damals konnte die Band mit ihrem tanzbaren Mix aus Rock und Disco bzw. Hip Hop (vor allem) in der englischen Clubszene viele Fans finden.

Interessant ist die Verquickung mit der Punjabi Folklore, die sich für Singh fast zwangsläufig ergibt. Nach seiner Ansicht könnte man Punjabi Folk als eine Wurzel des Hip Hop bezeichnen. Diese Folk Music besitze einen einfachen Beat, den praktisch jeder nachempfinden kann und die Texte im Punjabi Folk drehen sich meist um das Leben in Pinds (Orten) - es geht also meist um urbanes, wie im Hip Hop auch.

Das neue Album wird auf dem eigenen neuen Indie-Label Ample Play veröffentlicht, die Band sucht die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern die man gleichzeitig auch etwas pushen möchte. Musikalisch knüpfen Cornershop zwar an das Vorgängeralbum Cornershop & the Double 'O' Groove of an, gehen aber doch auch einen Schritt weiter. Tjinder Singh dazu:

a summer breeze with an autobahn of electronic sound, Swedish and French songstresses, Lancashire primary school singers, and a throwback to his Indian folk roots.

Singh weiter zum Album:

Urban Turban knüpft an Cornershop & the Double 'O' Groove of und Judy Sucks a Lemon for Breakfast an. Aber es klingt auch nach unseren älteren Alben und versucht zugleich nach vorne zu gehen. Wir versuchen ein Album vorzulegen, das man von vorne bis hinten in einem Guss anhören kann. Eine Sammlung von Hip Hop, Disco, Folk bzw. Nursery Folk.

Die Songs:

  • "What Did The Hippie Have In His Bag?" ist, mit dem Einsatz der Kindergruppen der Castle Primary School North London, eine Ode an Kinder. Insgesamt nutzt der Song viele Elemente des 1960 British Beat, was in Verbindung mit den modernen Grooves prickelnd klingt. Die Band nennt so etwas Nursery Folk.
  • "Who's Gonna Lite It Up?" ist ein harter und schwerer Song. Wiederum interessant ist die Nähe zum Endsechziger Beat mit den Spirit In The Sky Gitarrensounds plus modernen industrialähnlichen Sounds und subtilen fernöstlichen Percussionsounds.
  • "Non-Stop Radio (extended play)" ist eine Kollaboration mit der Französin Celeste. Hier nutzt die Band klassische Electronica- und Discosounds. Das klingt groovy und funky.
  • "Solid Gold" mit Katie geht weiter in den Dancebereich. Der Song klingt auch nach Disco, ist aber insgesamt moderner konzipiert.
  • "Beacon Radio 303" groovt klasse - minimalistisch funky mit Err-Zwo-Dee-Zwo Piepsern und Punjab Gesang. Toller Mix, typisch Cornershop.
  • "Milkin' It" mit den Indie-Rappern von In Light Of Aquarius tendiert in die Hip Hop Ecke.
  • "Concrete, Concrete" ist ein Song mit einem treibenden Groove und rasanten Bassläufen, soulig/funky Gitarrenchords und relativ modernen Drumsounds.
  • "Something Makes You Feel Like" wird wieder in starkem Maß über die Gitarrenarbeit definiert. Mit den klassischen Chords geht das Richtung Beat - die Troggs und Co. haben kaum anders geklungen. Mit dem kindlichen Gesang von So Ko und dem modernen Groove entsteht aber auch hier wieder ein äußerst interessanter Mix.
  • "Inspector Bamba Singh's Lament" groovt wie Hölle, schön gefällt mir vor allem die grummelnde Bassarbeit. Dazu gibt es Punjab-Gesang von Sängerin Amar.
  • "Dedicated" schürft wieder in den Tiefen des klassischen Electronica und des Discobooms. Lorraine singt zu einer Retro-Synthieline, synthetischen Drums und sparsamen Funkriffs der Gitarre.
  • "What Did The Hippie Have In His Bag?" greift das Thema des Openers noch mal komplett auf - in der High Slung Satchel Version.
  • "First Wog On The Moon" ist ein Track, der auf meinem Promoexemplar als Bonustrack drauf ist. Ein schöner Song mit klarer Electronica Prägung.

Fazit Ich bin kein großer Fan der so genannten Dance-Music. Aber wenn ein gutes Album meinen Weg kreuzt, dann verlieren sich automatisch jegliche Berührungsängste. Cornershop ist eine Band, die immer wieder gute Alben im von mir nicht gerade präferierten Dance-Musik Bereich vorlegt. Dieser Mix aus klassischem Beat, Disco, Hip Hop, Electronica und Punjab-Folk Elementen überzeugt einfach, da muss man kein Hardcore Hip-Hop Fan sein. Besser macht es zur Zeit kaum jemand.

Trackliste

  1. What Did The Hippie Have In His Bag? - Cornershop ft. Castle Hill Primary
  2. Who's Gonna Lite It Up? - Cornershop ft. Izzy Lindqwister
  3. Non-Stop Radio (extended play) - Cornershop ft. Celeste
  4. Solid Gold - Cornershop ft. Katie
  5. Beacon Radio 303 - Cornershop ft. Rajwant
  6. Milkin' It - Cornershop ft. In Light Of Aquarius
  7. Concrete, Concrete - Cornershop ft. Kay Kwong
  8. Something Makes You Feel Like - Cornershop ft. SoKo
  9. Inspector Bamba Singh's Lament - Cornershop ft. Amar
  10. Dedicated - Cornershop ft. Lorraine
  11. What Did The Hippie Have In His Bag? - The High Slung Satchel - Cornershop ft. Castle Hill Primary

Bonus track

  • First Wog On The Moon

Rezensent: MP.