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CD-Kritik Willy De Ville - Unplugged In Berlin

Interpret: Willy De Ville

Titel: Unplugged In Berlin

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Unplugged, Roots, Blues

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Unplugged In Berlin ist ein Album von Willy De Ville, das am 30.09.2011 sozusagen posthum erscheinen soll. Es handelt sich um Liveaufnahmen eines Konzertes vom 21. März 2002. Damals trat Willy De Ville zum 25-jährigen Bühnenjubiläum in Berlin auf.

Schon 2002 ist das Album Acoustic Trio Live In Berlin erschienen, welches zusätzlich zu diesen Aufnahmen aus Berlin Aufnahmen eines Stockholmer Konzertes beinhaltete. Das Album wurde von der Fachpresse zu den wichtigen Alben des Jahres 2002 gezählt. Meyer Records aus Köln hat dem Fan mit dieser Neuauflage zweifellos einen Gefallen getan. Die Setlist ist allerdings auch etwas anders. Man hat praktisch das komplette Konzert vom 21. März 2002 mit den Ansagen von Willy auf einen Tonträger gepackt. Das wirkt stimmig und enorm authentisch und wertet das Album gegenüber der 2002er Auflage m. E. auf. Hört man sich das Album über Kopfhörer an und schließt die Augen, dann fühlt man sich wie ein Besucher des Livekonzerts. Das spricht für die Aufnahmequalität, so sollte ein Livealbum klingen.

De Ville war immer ein Grenzgänger zwischen Southern-Rock, Tex-Mex, Blues und Rock. Musikalisch war De Ville in starkem Maß von der Musik der 50er und 60er beeinflusst - egal ob es nun Rock'n'Roll oder Blues war. Genau dieser Musik huldigt er hier im Großen und Ganzen. De Ville zeigte sich bei diesem Akustikgig in Berlin extrem gut aufgelegt. Die Songs muss man eigentlich nicht vorstellen, es handelt sich mehr oder weniger um bekannte Songs. De Ville covert bekannte Blues und Rock'n'Roll Songs, dazu covert er einen John Hiatt Song und spielt einen alten Mink De Ville Song.

Musikalisch ist der Vortrag tadellos, Farber glänzt am Piano und Keyes spielt ein grooviges, drahtiges Fundament am Kontrabass ein. De Ville spielt Gitarre, Dobro und Mundharmonika. Und natürlich bedient er in seiner einzigartigen Weise das Instrument Stimme, das Organ klingt nach Rauch und hochoktanigen Flüssigkeiten. De Ville zeigt sich enorm gesprächig und bringt so eine relaxte Stimmung auf die Bühne.

Fazit Viele gestandene Musiker kommen irgendwann an den Punkt, ihren Roots frönen zu müssen. Das funktioniert nicht immer sehr gut, leider musste man hier auch schon einige schwächere Vorträge hinnehmen. Im direkten Vergleich zu anderen Künstlern lieferte De Ville in Berlin ein denkwürdiges und brillantes Konzert ab. Hier stimmt im Prinzip alles: Stimmung, musikalische Qualität und vor allem die Authentizität. Dazu kommt die exquisite Tonqualität dieser Pressung. Viel mehr kann man von einem Rootsalbum eigentlich nicht erwarten.

Trackliste

  1. Betty and Dupree (Chuck Willis) - 4:33
  2. It's Too Late She's Gone (Chuck Willis) - 4:00
  3. Spanish Harlem (Jerry Leiber, Phil Spector) - 4:36
  4. Trouble in Mind (Richard M. Jones) - 4:23
  5. Storybook Love (Willy DeVille) - 5:53
  6. Big Blue Diamond (Earl J. Carson) - 4:58
  7. Shake Sugaree (Elizabeth Cotton) - 5:38
  8. Let It Be Me (Gilbert Bécaud, Mann Curtis, Pierre DelanoŽ) - 5:12
  9. This Is the Way to Make a Broken Heart (John Hiatt) - 4:00
  10. Introduction Of The Band 1:26
  11. Hound Dog (Jerry Leiber, Mike Stoller) - 2:42
  12. Junker's Blues (Champion Jack Dupree; traditional) - 4:04
  13. You Better Move On (Arthur Alexander) - 5:34
  14. Since I Met You Baby (Joe Hunter) - 4:38
  15. I'm Blue So Blue - (Clark) - 4:06
  16. Keep a Knocking/Sea Cruise (Little Richard/Huey Smith) - 4:37
  17. Shake, Rattle and Roll (Charles E. Calhoun) - 5:00
  18. Heaven Stood Still (Willy DeVille) - 3:57

Rezensent: MP

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