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CD-Kritik Doobie Brothers - Toulouse Street

Interpret: Doobie Brothers

Titel: Toulouse Street

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Rock, Swamp-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Toulouse Street ist das zweite Album der Band The Doobie Brothers. Das Album erschien im Jahr 1972 und verkaufte sich wie geschnitten Brot. In den US-Popcharts ging es auf Rang 21, die Hitsingle Listen To The Music erreichte in den USA Rang 11 der Charts, machte die Band aber gleichzeitig weltweit bekannt.

Bezüglich der Doobie Brothers muss man festhalten, dass sie in den frühen Jahren deutlich anders klangen, als in ihren späten AOR-Jahren. Toulouse Street klang richtig schön rockig, mit Anleihen sowohl an lockeren Westcoast als auch an Southern-Rock mit Einflüssen aus R&B, Blues, Folk und Country. Über die Gesangsharmonien konnte man Vergleiche zu Crosby Stills Nash And Young ziehen, musikalisch gab es ansonsten gewisse Parallelen zu den Allman Brothers.

Diese musikalische Nähe zu den Allman Brothers wurde vor allem über die spezielle Besetzung geprägt. In Patrick Simmons (Rhythmusgitarre) und Tom Johnston (Leadgitarre) besaß die Band zwei Gitarristen und Sänger, Bassist Tiran Porter steuerte weitere Gesangsparts bei. Und die Band spielte damals mit zwei Schlagzeugern: John Hartman und Michael Hossack.

Für die Doobies bedeutete Toulouse Street in jedem Fall den Durchbruch, das Album wird heute allgemein zu den Meilensteinen der Rockmusik gezählt.

Die Songs

  • "Listen To The Music" zeigt die Handschrift von Produzent Templeman und schöpft die Möglichkeiten damaliger Studiotechnologie aus. Dazu hämmert die Band dem Hörer die Titelphrase gefühlte 1000mal ins Ohr und kreiert damit einen Evergreen der groovigen Rockmusik.
  • "Rockin' Down The Highway" strahlt über das Basis Gitarrenriff eine härtere Note aus. Die Band sucht dabei eine gewisse Nähe zu klassischen Sounds etwa von Creedence Clearwater Revival, die Vokalharmonien erinnern aber eher an CSNY.
  • "Mamaloi" klingt zwar enorm nach Karibik, das Arrangement erinnert aber auch sehr an die späten Simon & Garfunkel.
  • Der Titelsong "Toulouse Street" orientiert sich in balladesker Weise an eingängigen CSNY Mustern.
  • Die damalige erste Albumseite wurde mit einem Cover des Seals And Crofts Songs "Cotton Mouth" abgeschlossen. Der Song versprüht eine Menge Swamp-Rockfeeling, die Bläser verleihen dem Arrangement eine R&B Note.
  • Weiter geht es mit einer gut gelungenen Coverversion des Sonny Boy Williamson Blues' "Don't Start Me Talkin".
  • Mit "Jesus Is Just Alright" folgt die Coverversion eines Songs von Arthur Reid Reynolds. Diesen folkigen Song kannte man zuvor vor allem in der Version der Byrds. Die Doobie Brothers machten eine ganz eigene Sache daraus - eine Art Mix aus CSNY und Steely Dan.
  • "White Sun" ist ein Song, der vornehmlich von der Akustikgitarre dominiert wird. Hier erinnert die Band an folkige Sounds des Debütalbums.
  • "Disciple" rockt hart und gut. Die Band sucht in dem langen Bluesrock die Nähe zum Jamrock der Allman Brothers, was ganz gut funktioniert.
  • "Snake Man" beendet das Album herrlich Roadbluesig mit jeder Menge Hobo-Feeling.

Fazit Mit Toulouse Street lieferten die Doobie Brothers eines ihrer stärksten Alben ab, das Album wird heute zu den Meilensteinen des Rock gezählt. Die Band zeigt sich ungemein spielfreudig, vital und spritzig und bietet Songs auf einem hohen Niveau. Das Album wurde von Ted Templeman außerdem brillant produziert und hat über die Jahre kaum an seiner Qualität eingebüßt - ein Must-Have für die gutsortierte Rocksammlung.

 

Trackliste

  1. Listen to the Music (Johnston) - 4:44
  2. Rockin' Down the Highway (Johnston) - 3:18
  3. Mamaloi (Simmons) - 2:28
  4. Toulouse Street (Simmons) - 3:20
  5. Cotton Mouth (Jimmy Seals, Dash Crofts) - 3:44
  6. Don't Start Me to Talkin' (Sonny Boy Williamson) - 2:41
  7. Jesus Is Just Alright (Arthur Reid Reynolds) - 4:33
  8. White Sun (Johnston) - 2:28
  9. Disciple (Johnston) - 6:42
  10. Snake Man (Johnston) - 1:35

Rezensent: MP