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CD Kritik Helloween - Straight Out Of Hell

Interpret: Helloween

Titel: Straight Out Of Hell

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Power-Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Straight Out of Hell ist das 14. Studioalbum der Band Helloween. Aufgenommen wurde das Album auf Teneriffa, offiziell vorgestellt wurde es am 18. Januar 2013.

Viele Fans befürchteten, dass die Band nach Erscheinen des 2010er Albums 7 Sinners wieder etwas von der Bildfläche verschwinden würde. Umso erfreuter wurde das Album dann im Jahr 2013 begrüßt. Top 10 Platzierungen in etlichen Ländern sprechen eine klare Sprache, in Deutschland erreichten Helloween immerhin Rang 4 der Charts.

Helloween 2013, das sind Andi Deris (lead vocals), Michael Weikath (lead und rhythm guitars, backing vocals), Sascha Gerstner (lead and rhythm guitars, backing vocals), Markus Grosskopf (bass, backing vocals) und Daniel Löble (drums). Dazu holte sich die Band Keyboarder Matthias Ulmer sowie für die Backing vocals William Billy King, Olaf Senkbeil und Ron Deris. Produzent war einmal mehr Charlie Bauerfeind.

Die Band knüpfte in etwa an den Kurs der Vorgängeralben an, Sänger Deris meinte zur Ausrichtung der Band:

Straight Out Of Hell ist die konsequente Weiterentwicklung der beiden Vorgängeralben. Es ist aber weniger dunkel und positiver als 7 Sinners.

Die Songs

  • "Nabataea" knüpft mit einem Mix aus komplexen und eingängigen Passagen an die besten Power Metal Zeiten an.
  • "World of War" legt einen Zahn zu. Der erstaunlich zeitkritische Song rumpelt hart und heftig daher.
  • "Live Now" war in der Rohfassung lt. Deris auf Pop-Metal gebügelt. Daran wurde zwar etwas gefeilt, dennoch kann das Ergebnis nicht befriedigen.
  • "Far From the Stars" klingt nach klassischem, aber sehr klischeebehaftetem Power Metal.
  • "Burning Sun" handelt von einem Typen, der mit dem Leben schlecht zurechtkommt und lieber im Weltraum sein würde. Die Story ist so dünn wie der Song an sich, das funktioniert irgendwie nicht.
  • "Waiting for the Thunder" ist ein austauschbarer AOR-lastiger Power Metal mit Pianoanteil. Auch hier kann sich die Band nicht steigern, vor allem in den ruhigen Passagen klingen die Vocals wenig aufregend.
  • "Hold Me in Your Arms" ist eine genretypische und kaum überraschende Ballade.
  • "Wanna Be God"erinnert dramaturgisch an We Will Rock You, der Song ist auch eine Hommage an Freddie Mercury. Die tribalartigen Drums klingen interessant, aber: don't mess with the Queen.
  • Auf "Straight Out Of Hell" konzentriert sich die Band auf das, was sie am besten kann: klassischen Power-Metal. Das klingt in der Form immer unterhaltsam.
  • "Asshole" ist ein witziger Song, der mit den tiefer gelegten Gitarren etwas moderner wirkt.
  • "Years" behandelt das inhaltsleere Leben und dessen Ende. Im Grunde genommen wirkt die Musik konträr zum Depri-Thema, aber mit den Streichersounds und dem hymnischen Refrain kriegt die Band doch irgendwie die Kurve.
  • "Make Fire Catch the Fly" handelt von einem Mann, der eine Traumfrau nicht ansprechen mag, weil er ohnehin nur Abfuhren gewohnt ist. Das ganze wird verglichen mit Fliegen, die wie magisch vom hellen und heißen Licht angezogen werden und dort letztlich verbrennen. Musikalisch gibt es wieder guten Power Metal mit einer subtilen Tendenz zum Prog-Metal.
  • "Church Breaks Down" zeigt, wo die Band herkommt. Da wird gut Gummi gegeben, es gibt aber etliche komplexere Ideen.

Fazit Straight Out Of Hell ist ein schwer zu bewertendes Album. Wenn Deris von einer konsequenten Weiterentwicklung gegenüber den beiden Vorgängeralbum spricht, wirkt das auf mich etwas übertrieben. Die Band tummelt sich letztlich in alten Gefilden. Power Metal hat sich standardisiert und Helloween sind dafür ein sehr typisches Beispiel, nur beackern sie ihr Feld hier nicht immer überzeugend. Nabataea, World Of War, Church Breaks Down sind in diesem Sinn die einzigen Songs, die so richtig überzeugend können. Die Band wagt nur ansatzweise etwas anderes, was aber nur auf Years gut funktioniert. Dagegen stehen dünnflüssige Songs wie Far From The Stars, Burning Sun oder Waiting For The Thunder und mittlerweile vermeidbare Balladen wie Hold Me In Your Arms. Alles in allem ist Straight Out Of Hell ein durchwachsenes Album, welches ich im direkten Vergleich zu 7 Sinners eben nicht als die versprochene Weiterentwicklung betrachten würde. Aber letztlich muss man auch festhalten: die Jungs sind mit allen Wassern gewaschen und spielten einmal mehr ein von Bauernfeind perfekt produziertes Album ein.

Trackliste

  1. Nabataea 7:03
  2. World of War 4:58
  3. Live Now! 3:12
  4. Far From the Stars 4:43
  5. Burning Sun 5:35
  6. Waiting for the Thunder 3:55
  7. Hold Me in Your Arms 5:12
  8. Wanna Be God (dedicated to Freddie Mercury) 2:04
  9. Straight Out of Hell 4:35
  10. Asshole 4:12
  11. Years 4:24
  12. Make Fire Catch the Fly 4:24
  13. Church Breaks Down 6:08

Limited edition bonus tracks

  • Another Shot of Life (Limited Edition bonus track) 5:13
  • Burning Sun (Hammond version) (Limited Edition bonus track; dedicated to Jon Lord) 5:34
  • No Eternity (Japanese Limited Edition bonus track) 3:34

Rezensent: MP