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Albumbesprechung Ian Hunter feat. Mick Ronson - Live At Rockpalast

Interpret: Ian Hunter feat. Mick Ronson

Titel: Live At Rockpalast

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Albrecht Tschörmany Metzger is proud to present -Ian Hunter feat. Mick Ronson. Metzger ist eine Legende, die alten Rockpalast-Events sind Legende. Eine davon wird uns ab 02. Dezember 2011 als DVD bzw. CD offiziell präsentiert: Ian Hunter feat. Mick Ronson - Live At Rockpalast. Es handelt sich um einen Mitschnitt des gleichnamigen Konzerts vom 19. und 20. April 1980.

Dieses Konzert gehört zweifellos zu den wichtigen jener Zeit, Hunter und Ronson zeigen, dass sie ihr Handwerk nach wie vor verstehen und bieten Rock'n'Roll ohne Firlefanz. Dieser Rockpalast Auftritt war letztlich so etwas wie der Auftakt zur Promotour für das zuvor erschienene Livealbum Welcome To The Club. Somit tummeln sich auf der Rockpalast CD/DVD Tracks, die man auch auf Welcome To The Club findet.

Hunter und Ronson sind zwei bekannte Namen des Rock. Beider Wege kreuzten sich erstmals bei der bekannten Glam-Rockband Mott The Hoople. Danach sah man Mick Ronson, bis zu seinem frühen Tod 1993, immer mal wieder an der Seite von Hunter. Wenn beide zusammen auf der Bühne standen, dann durfte man vor allem ehrlichen Rock'n'Roll erwarten. So verhielt es sich auch während dieses Livekonzerts. Es gibt einen Querschnitt über das Schaffen der beiden Künstler mit Hunter Songs aus der Mott The Hoople Phase (I Wish I Was Your Mother, Angeline, All The Way From Memphis, All The Young Dudes), Solosongs von Hunter Alben (Once Bitten Twice Shy, Irene Wilde, Just Another Night, Cleveland Rocks, Bastard ) Ronsons Slaughter on 10th Avenue und Coverversionen z. B. des Gitarrenklassikers FBI oder Sonny Bonos Laugh At Me. Der Song We Gotta Get Out Of Here ist neu und wurde für Welcome To The Club geschrieben.

Die DVD:

Den Auftakt macht die shufflige Version des Gitarrenklassikers "FBI". Danach betritt Hunter die Bühne und präsentiert einen seiner größten Hits - "Once Bitten Twice Shy". Sehr cool, anfangs reduziert und sich immer weiter steigernd. Den Hoople Klassiker "Angeline" gibt es mit einer Prise Folk. Der Sonny Bono Song "Laugh At Me" knüpft stilistisch an Angeline an, der Song wurde von Mott The Hoople zuerst auf dem Debütalbum präsentiert. Die schöne Ballade "Irene Wilde" stammt vom 1976er Hunter Album All American Alien Boy. "I Wish I Was Your Mother" ist ein weiterer Mott The Hoople Song - vom Album Mott. Wieder ein balladesker Song, mit Anleihen an US-Singer Songwriter und einer gewissen Tendenz zu Van Morrison.

"Just Another Night" stammt vom Hunter Soloalbum You're Never Alone With A Schizophrenic. Die Band gibt Gas und erstmals nimmt man eine schöne Interaktion von Hunter mit dem Publikum wahr. Das macht Laune. "We Gotta Get Of Here" ist ein neuerer Song, der auf dem kurz zuvor erschienen Livealbum Welcome To The Club veröffentlicht wurde. Es ist einer der Songs, auf dem sich Hunter vernehmlich zwischen klassischem Rock und Post Punk bewegt. Das funktioniert leider nur bedingt.

"Bastard" vom Hunter Album You're Never Alone With A Schizophrenic wird mit einer angenehmen Härte, einem guten Groove und schrägen Ronsonparts eingespielt. Der Mott-Klassiker "All The Way From Memphis" rollt mit einer Boogienote, während "Cleveland Rocks" wieder ein publikumsfreundlicher Song ist. Es ist der dritte Song vom Hunter Album You're Never Alone With A Schizophrenic und Hunters Ode an Cleveland: Cleveland Rocks - England Rocks - Deutschland Rocks und schließlich Essen Rocks. Ein guter Song fürs Publikum, keine Frage. Tja - und dann gibt es als Zugabe den Kultsong "All The Young Dudes". Ein Klassiker, immer wieder schön zu hören. Ein Bonmot gibt es zum Abschluss mit dem Ronson Titel "Slaughter on 10th Avenue". Schade, dass der Song so kurz geraten ist.

Fazit Ian Hunter und Mick Ronson bilden zweifellos ein kongeniales Duo. Aus meiner Sicht waren beide Musiker Meister der Reduktion. Da gab es wenig Platz für unnötigen Schnickschnack, instrumentale Höchstleistungen waren nicht gefragt. Mit zunehmender Spieldauer durften die Instrumente damals bei Livekonzerten gerne etwas verstimmt sein. Das war der Geist jener Zeit und diesen Geist erhält man auf dieser Rockpalast-Produktion. Nicht mehr und nicht weniger. Wer ehrlichen und etwas reduzierten Rock('n'Roll) mag, wird bestens bedient.

 

Trackliste

  1. FBI 3:41
  2. Once Bitten Twice Shy 5:24
  3. Angeline 5:00
  4. Laugh At Me 4:26
  5. Irene Wilde 4:41
  6. I Wish I Was Your Mother 6:53
  7. Just Another Night 7:24
  8. We Gotta Get Out Of Here 4:19
  9. Bastard 7:41
  10. All The Way From Memphis 4:17
  11. Cleveland Rocks 8:02
  12. All The Young Dudes 3:50
  13. Slaughter On 10th Avenue 2:46

Rezensent: MP