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Albumbesprechung The Jeremy Days - The Jeremy Days

Interpret: The Jeremy Days

Titel: The Jeremy Days

Erscheinungsjahr: 1988

Genre: Pop Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Jeremy Days ist das selbstbetitelte Debütalbum der Band The Jeremy Days, welches im Jahr 1988 veröffentlicht wurde. The Jeremy Days war eine Band aus Hamburg, die seit 1987 bestand. Die Band erhielt einen Vertrag bei Polydor und veröffentlichte 1988 dieses Debütalbum. Da wurde wohl alles recht professionell durchgeplant, als Produzent wurde u. a. der bekannte die Engländer Clive Langer verpflichtet. Die Band selbst bestand zu der Zeit aus Dirk Darmstaedter (Gesang, Gitarre), Christoph Kaiser (Bass, Gesang), Louis C. Oberlander (Keyboard), Stefan Rager (Schlagzeug) und Jörn-Christof Heilbut (Gitarre). Die Bemühungen der Band waren durchaus erfolgreich. Das Album erreichte die Top 20 in Deutschland und verkaufte sich angeblich über 150.000 mal. Die Single Brand New Toy erreichte Rang 11 der deutschen Charts. Für eine deutsche Band war das ein mehr als beachtliches Ergebnis. Auch die Kritiker waren durchaus angetan von dem Album. Der Sounds UK meinte "vor 25 Jahren haben wir eine Gruppe nach Hamburg geschickt, nun sind ihre verlorenen Söhne heimgekehrt". So etwas vom englischen Sounds über eine deutsche Band, das ist schon aller Ehren wert.

Eigentlich hätte die Band nach dem Album den Durchbruch schaffen müssen. Bei den Jeremy Days passte alles perfekt zusammen. Dirk Darmstaedter war so etwas wie der Kopf der Band. Er lebte wohl lange in den USA, von daher war sein Englisch richtig gut. Man wollte internationalen Ansprüchen genügen, was der Band auch gelang. Der Vergleich vom englischen Sounds mit den Söhnen der Beatles ist nicht einmal übertrieben. Im Prinzip könnte man das schon fast Brit-Pop nennen, was die Band hier ziemlich perfekt anbot. Ironie der Geschichte: als der so genannte Brit Pop in Großbritannien so richtig am Kochen war, lösten sich die Jeremy Days auf. Heute muss man die Band leider als eine Art One Hit Wonder betrachten, auch wenn dem Debütalbum einige ordentliche Alben folgten. Aber da sind die Jeremy Days leider auch kein Ausnahmefall. Einige Bands versuchten es damals richtig professionell. Speziell aus Hamburg kamen immer wieder beachtliche Bands mit internationalem Anspruch (etwa Elephant oder Channel 5). Der ganz große Durchbruch blieb diesen Bands aber verwehrt.

Die Songs

"Julie thru the blinds" beweist die Stärken der Band. Der Song besitzt eine zwingende Melodie und ist perfekt eingespielt. Mit den Songs "Are You Inventive" und "Brand New Toy" legt die Band ordentlich nach. Beide Songs besitzen Ohrwurmcharakter und liefen damals im Radio rauf und runter. "That's What I Call Love" klingt molliger, während "Rome Wasn't Built In A Day" wieder leichtfüßig und eingängig daher kommt. "Fantastic Friend" klingt rhythmisch vertrackt, "Food And Coffee" besitzt eine etwas geheimnisvolle Wirkung. Auf "This World" frönen die Jungs wieder dem eingängigen Pop. "Starting To Pretend" bringt mit molliger Stimmung wieder eine andere Färbung. "Raintree Country" fällt mit der interessanten Instrumentierung auf, die Untermalung mit der gescratchten Wah Wah Gitarre klingt sehr interessant. "The End" bildet einen fast schon hymnischen Abschluss.

Fazit Die kurzen Songbeschreibungen klingen fast überschwänglich. Allerdings muss man schon sagen, dass es zu der Zeit wenige deutsche Bands gab, die besser klangen als die Jeremy Days. Gleich mit den ersten drei Songs auf dem Album legen die Jeremy Days echte Kaliber mit Hitparadenpotential vor. Vielleicht war das alles schon zu perfekt und glatt. Aber die Band bietet einen guten Mix aus 1980er Pop und Einflüssen des klassischen Brit-Pop der 1960. Wer sich für Deutschrock interessiert, kommt um das Debütalbum der Jeremy Days eigentlich nicht herum.

Trackliste

  1. Julie Thru the Blinds
  2. Are You Inventive
  3. Brand New Toy
  4. That's What I Call Love
  5. Rome Wasn't Built In A Day
  6. Fantastic Friend
  7. Food And Coffee
  8. This World
  9. Starting To Pretend
  10. Raintree Country
  11. The End

Rezensent: MP