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Albumbesprechung Nazareth - No Jive

Interpret: Nazareth

Titel: No Jive

Erscheinungsjahr: 1991

Genre: Hard-Rock, Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

No Jive ist ein Album der schottischen Rockband Nazareth. Es erschien im Jahr 1991. Stilistisch war die Band mit diesem Album wieder zurück in härteren Gefilden, nachdem sie zuvor immer wieder mit balladeskem Material und AOR-Sounds geliebäugelt hatte.

Nazareth hatten 1991 ihren Zenit schon lange überschritten. Aber die Band konnte sich auf ihre treuen Fans verlassen. Zumindest in Deutschland, Österreich und der Schweiz besitzen Nazareth eine treue Hörerschaft. Aber es sind nicht mehr ganz so viele, von daher war No Jive auch kein großer Erfolg. Es verkaufte sich nicht besonders gut, kam aber in Österreich und der Schweiz immerhin in die Top 40 der Charts.

Besetzungsmäßig hatte sich etwas geändert. Gitarrist Manny Charlton fehlte - er wurde durch Billy Rankin ersetzt. Charlton ging, nach meinem Kenntnisstand, weil er mehr Balladen bzw. AOR Sachen machen wollte. Zugegebenermaßen tat der Wechsel der Band durchaus gut, denn Billy Rankin brachte frischen Wind in die Band. Seine Gitarrensounds klangen zeitgemäß heavy.

Die Songs

  • Gleich auf dem ersten Titel "Hire And Fire" merkt man das. Ein harter Titel, härter als viele der alten Titel. Dazu singt McCafferty überzeugend.
  • "Do You Wanna Play House" beginnt mit einem fetten Gitarrenintro, dazu röhrt McCafferty wieder gut. Auch der Titel ist heavy eingespielt.
  • "Right Between The Eyes" legt eine Schippe drauf. Man könnte fast sagen, Nazareth goes Motörhead. Das ist natürlich übertrieben, aber die Richtung stimmt schon. Viel härter hat man die Band kaum gehört.
  • "Every Time It Rains" nimmt das erste Mal Luft raus, aber gehörig: eine lupenreine Ballade, wie man sie in der Form von Hard-Rockbands bzw. AOR-Bands kennt. Das klingt sehr eingängig und nett, schrammt aber auch hart an der Grenze zum Belanglosen.
  • "Keeping Our Love Alive" ist der erste Song, der vergleichsweise retro klingt und an alte Nazareth Zeiten erinnert.
  • "Thinkin' Man's Nightmare" ist ein harter Bluesrock, der mich an Dr. Feelgood aus den späten Jahren erinnert.
  • "Cover Your Heart" klingt wie eine härtere AOR-Nummer, die man von vielen 1980er Hairmetal-Bands kennt. Das ist nicht schlecht, aber leider auch nicht besonders aufregend.
  • "Lap Of Luxury" kommt schwerer und stampfender daher. Der Song rockt cool und schwer, interessant sind u. a. die funky Gitarrenakkorde.
  • "The Rowan Tree/Tell Me That You Love Me" startet mit dem Traditional The Rowan Tree, danach geht es in einen Lovesong über, der das Grundthema von Rowan Tree variiert. Das geht zwar Richtung Pop, ist aber andererseits hymnisch gemacht und der Refrain klingt zwingend.
  • "Cry Wolf" beschließt das Album heavy und durchaus überzeugend.

Fazit Bei Nazareth musste man immer wieder mit etwas belanglosen Alben leben, leider. Ohne Manny Charlton zu nahe treten zu wollen, man musste ihn wohl für die Drift Richtung AOR mit verantwortlich machen. Von daher kann man auch feststellen, dass die Mitarbeit von Billy Rankin der Band gut getan hat. Rankin ist ein routinierter Gitarrist, der die Grundlagen des härteren Rock nachhaltig inhaliert hat. Das zeigt er auf dem Album immer wieder und die Band zieht mit. So passt alles gut, Nazareth klingen auf No Jive oft heavy und dann auch gut. Die Band kann mit dem Album gut unterhalten. Eine gute Note versaut sich Nazareth dann doch, weil sie sich wieder einmal stellenweise dem nichtssagenden AOR nähert. Schade.

 

Trackliste

  1. Hire And Fire (Rankin/McCafferty/Agnew) 5:10
  2. Do You Wanna Play House (Rankin/Agnew) 5:01
  3. Right Between The Eyes (Rankin) 3:06
  4. Every Time It Rains (Rankin) 4:14
  5. Keeping Our Love Alive (Rankin/Agnew/McCafferty/Sweet) 3:18
  6. Thinkin' Man's Nightmare (Rankin/Agnew/McCafferty/Sweet) 4:01
  7. Cover Your Heart (Rankin) 4:32
  8. Lap Of Luxury (McCafferty/Rankin/Agnew/Sweet) 3:55
  9. The Rowan Tree/Tell Me That You Love Me (Agnew/McCafferty/Rankin/Sweet) 4:39
  10. Cry Wolf (Rankin/McCafferty) 4:25

Rezensent: MP