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Review Toto - Toto IV

Interpret: Toto

Titel: Toto IV

Erscheinungsjahr: 1982

Genre: AOR

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Toto IV ist der Titel des vierten Studioalbums der Band Toto. Das Album erschien im Jahr 1982 und wurde zum erfolgreichsten Album der Band. Es gab immerhin sechs Grammy Awards für das Album (u. a. Album Of The Year, Producer Of The Year, Record Of The Year für die Single Rosanna). Das Album erreichte Rang vier der Billboard Pop Album Charts, die Single Rosanna kam bis auf Rang 2 der Billboard Hot 100 und Africa erklomm sogar die Spitze der Charts. Vor allem der Singleerfolg von Africa sorgte dafür, dass das Album es noch einmal in vielen Charts nach oben schaffte.

Die Verkaufszahlen waren weltweit sehr gut. In den USA gab es 3-fach Platin, in Kanada 2-fach Platin und Platin z. B. in Frankreich und Deutschland. Die Band überließ aber auch wenig dem Zufall. Toto waren zu der Zeit schon eine Topband, die Musiker der Band (David Paich, Steve Lukather, Bobby Kimball, Jeff und Steve Porcaro und David Hungate) gehörten zu den meistgebuchten US-Studiomusikern, zumindest im Bereich der Westküste. Als ob das nicht genügen würde, holten sich Toto auch noch eine Menge angesagter (Studio)musiker zur Produktion, u. a. Tom Scott, Lenny Castro, Joe Porcaro, James Pankow, Jim Horn, Timothy B. Schmit.

Stilistisch orientierte sich die Band an den Arbeiten der Vorgängeralben, wobei die Band hier sicherlich den perfektesten Mix aus Pop, härterem Rock und Blues vorlegte. Die Arrangements waren ungemein ausgeklügelt und teilweise üppig gestaltet, das klang in bester Westcoast Manier perfekt. Das mit dieser Westcoast Perfektion kann für den Hörer Fluch und Segen zugleich sein. Mir persönlich geht es zumindest so. Es ist eine Scheibe einer Band von Studioassen, die technisch kaum limitiert sind und sich ihren Stil nach Belieben patchworkartig zusammenbauen können. Da gibt es Einflüsse der frühen rockigen Doobie Brothers, gepaart mit der Eleganz eines Michael McDonald und dem perfekten AOR-Sound der späten Chicago. Textlich geht das selten in die Tiefe, was man in dem Genre aber auch nicht unbedingt will.

Es mangelt an einem nicht: an eingängigen Songs, die wie geschaffen sind für den Mainstream. Der Opener "Rosanna" ist ein Paradebeispiel dafür. Der Song wirkt ungemein eingängig und wird dazu auch noch mit einem mächtigen Arrangement aufgepimpt. Selbst als Gegner des AOR muss man hier die perfekte Spielkultur der Band anerkennen. Ähnliches gilt für die Vorzeige-AOR Ballade "Africa". Eine Ballade wie "I Won't Hold You Back" zeigt dann aber auch, dass man es mit dem Perfektionsdrang etwas übertreiben kann. Der Song, auch wenn er leidlich erfolgreich war, wirkt sehr schmalzig, ist aber eben auch perfekt passend für den Mainstream Markt.

Solche Beispiele perfekter Belanglosigkeit findet man auf dem Album immer wieder. "Make Believe" gehört ebenso dazu, wie "Good For You", "It's A Feeling" und" Waiting For Your Love" (letzteres hätte optimal auf ein Michael McDonald Album gepasst). Auch grundsätzlich akzeptable Rocksongs wie "Afraid Of Love", "Lovers In The Night" und "We Made It" wirken in diesem Kontext wie gezügelte Pferde. Man spürt, dass es die Band im gepflegten Schweinegalopp krachen lassen kann, aber sie macht es eben nicht. Das würde die heile Welt des AOR doch zu sehr erschüttern.

Fazit Eine auf jeder Position perfekt besetzte Band stellt zehn perfekte Songs vor, die perfekt in den Mainstream der 1980er passten. Drei mal perfekt in einem Satz, das deutet auf Perfektion pur. Im Fall von Toto in einem Mix aus den frühen Doobie Brothers, dem Solo-Michael McDonald und den späten Chicago. Mit Rosanna und Africa legt die Band zwei brillante AOR-Songs vor, das muss man anerkennen. Auch den restlichen Songs kann man eines nie absprechen profundes Handwerk. Die aufrichtigen Emotionen finden aber irgendwo anders statt. Dafür sind Toto jederzeit in der Lage, die Illusion wahrer Emotionen in einer Art Baukastensystem perfekt zusammenzubauen. Das nötigt einem Respekt ab und der Erfolg des Albums gibt der Band letztlich Recht.

 

Trackliste

  1. Rosanna 5:31
  2. Make Believe 3:45
  3. I Won't Hold You Back 4:56
  4. Good For You 3:20
  5. It's a Feeling 3:08
  6. Afraid of Love 3:51
  7. Lovers in the Night 4:26
  8. We Made It 3:58
  9. Waiting for Your Love 4:13
  10. Africa 4:57

Rezensent: MP

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