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CD Besprechung Westernhagen - Radio Maria

Interpret: Westernhagen

Titel: Radio Maria

Erscheinungsjahr: 1998

Genre: Deutsch-Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Radio Maria ist ein Album von Marius Müller Westernhagen. Genauer gesagt nannte sich der Künstler damals nur noch Westernhagen. Das Album erschien im Jahr 1998. Westernhagen ließ sich nach dem Album Affentheater vier Jahre Zeit, um die 12 neuen Songs vorzulegen.

Bei Radio Maria handelt es sich - wie man es mittlerweile von Westernhagen immer erwarten muss - um eine Art Abschiedsalbum. Es folgte eine erfolgreiche Abschiedstournee. Danach folgten noch weitere Abschiedsalben - Westernhagen ist uns aber erhalten geblieben.

Radio Maria schaffte erwartungsgemäß Rang 1 der deutschen Charts und verkaufte sich blendend. Die Fans waren wohl zufrieden. Westernhagen gab sich im Vorfeld mehr als bescheiden. Zum einen legte er einen Großteil seines Namens ab. Und er fragte sich erneut, was die Leute eigentlich an ihm finden. Eine berechtigte Frage? Das muss jeder für sich selbst beantworten.

Westernhagen legt mit Radio Maria wieder ein perfekt durchproduziertes Album vor. Stilistisch bewegt er sich aus meiner Sicht im traditionellen Rock bis Pop - etwas Beatles hier, etwas Stones da und dazu etwas US-Musik. In der Summe haben wir dann diese typische modernere Westernhagen Mischung aus Rock und Balladen.

Mit Jesus legt er einen Rocker vor, dessen Text damals von einigen Radiostationen wegen blasphemischer Inhalte gebannt wurde. Etwas verwirrend ist der Text in jedem Fall. Musikalisch präsentiert Westernhagen nichts Neues, singen kann er nicht, da würde ich mich festlegen. Lola Blue befasst sich inhaltlich mit dem Wilden Westen und Eifersucht. Musikalisch haben wir diese klagende Tremologefärbte 50's Gitarre, welche dem Song auch einen gewissen 50's Touch gibt. Supermann klingt locker und flockig nach US-SingerSongwriter Rock mit einer leichten Countrynote. Walkman bietet eine unterhaltsame Mischung aus Reggae, Calypso und Blues. Hoffnung ist ein Liebeslied, das mich stark an And I Love Her von den Beatles erinnert. Auch Alleine weist Ähnlichkeiten zu den Beatles auf (Get Back bzw. Let It Be). Durch Deine Liebe ist ein schönes Liebeslied, das atmosphärisch dicht wirkt. Hier passen sowohl Text als auch Musik gut zusammen. Rosamunde ist ein Song mit starkem Bezug einerseits zum Rock'n'Roll und andererseits zu den Stones.

Du hast Dich Nie Gewehrt hat wieder diesen Bezug zu alten Songs etwa der Beatles oder auch der Searchers. Wo ist Behle? mit der legendären Textzeile aus der Olympiaübertragung enttäuscht . Das kann weder textlich noch musikalisch überzeugen. Ein Superhit war der Song Wieder Hier, der aus meiner Sicht aber nicht als Highlight zu werten ist. Das ist schon extrem schnulzig und schmalzig. Kind von Gestern ist dann noch eine typische Westernhagen Ballade. Aus meiner Sicht trägt er auch hier etwas dick auf.

Fazit Musikalisch bietet Westernhagen nichts Neues, er backt vor allem alte Brötchen auf. Textlich zeigen sich gewisse Ausfallserscheinungen. Die Texte wirken irgendwie notdürftig zusammengeflickt, immer wieder erstaunt Westernhagen mit sinnlosem Füllmaterial. Von daher kann Radio Maria weder musikalisch noch textlich überraschen oder überzeugen. Das klingt natürlich sehr professionell und durchaus abgezockt. Aber irgendwie will der berühmte Funke nie überspringen.

Trackliste

  1. Jesus 4:04
  2. Lola Blue 4:51
  3. Supermann 4:43
  4. Walkman 2:45
  5. Hoffnung 4:27
  6. Alleine 3:07
  7. Durch Deine Liebe 6:14
  8. Rosamunde 3:41
  9. Du Hast Dich Nie Gewehrt 4:32
  10. Wo Ist Behle? 3:08
  11. Wieder hier 6:28
  12. Kind Von Gestern 4:42

Rezensent: MP