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Albumbesprechung Free - Tons Of Sobs

Interpret: Free

Titel: Tons Of Sobs

Erscheinungsjahr: 1968

Genre: Blues-Rock, Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Tons of Sobs ist das Debütalbum der englischen Band Free. Das Album wurde 1968 fertiggestellt. Free spielte sich mit dem Album gleich an die Spitze des englischen Blues-Rock. Das war bemerkenswert, weil die Musiker damals zwischen 16 und 19 Jahre alt waren. Außerdem war ein Großteil der Songs eigenes Songmaterial, was für ein Debüt einer so jungen Band unüblich war.

Von Kritikern wurde das Album in der Regel gut bewertet. Handwerklich waren die Beiträge aller Musiker mehr als beeindruckend. Kommerziell lief es aber nicht ganz so gut. In England konnte das Album gar nicht charten, in den USA reichte es nur für Rang 197 der Charts.

Wie gesagt konnte sich die Band mit dem Album dennoch ganz oben in die Riege englischer Blues-Rock Bands spielen, was vielleicht auch an ihrer damals überzeugenden Live-Performance lag. Man muss aber auch sagen, dass dieses Album das einzige echte Blues-Rock Album der Band ist. Später tendierte die Band stärker zum (härterem) Rock. Eingespielt wurde das Album vom klassischen Line-Up mit Paul Rodgers (Vocals), Paul Kossoff (Guitars), Andy Fraser (Bass) und Simon Kirke (Drums) plus Steve Miller am Piano.

Ein toller Einstieg ins Album ist das kurze "Over the Green Hills 1", welches in den fulminanten Blues-Rock "Worry" übergeht. Das groovt gut und stellt aus meiner Sicht einen überdurchschnittlichen Song des damaligen Bluesrock dar. Hart und schwer groovend kommt "Walk In My Shadow" daher. Wieder handelt es sich um einen bluesgetränkten, harten Rock. Ähnlich geht es mit "Wild Indian Woman" weiter, wobei der Song insgesamt relaxter und nicht ganz so hart wirkt. Eine der wenigen Coverversionen ist "Goin Down Slow" - ein Song, der damals gerne von Rockbands gecovert wurde. Es handelt sich um einen Slow Blues, den die Band gut interpretiert. Herausheben kann man die sensationellen Gitarrenparts von Paul Kossoff.

Typisch nach Free klingt der Song "I'm A Mover". Ein langsam groovender Song mit Bluesorientierten Riffing. Mit "The Hunter" folgt die, neben Goin' Down Slow, zweite Coverversion. Die Band spielt auch diesen shuffligen Song gut ein. Ihren eigenen Slow Blues bringt die Band mit "Moonshine". Wieder ein stimmiger Song, der vorzüglich eingespielt ist. "Sweet Tooth" bleibt bluesig, wobei der Song etwas an Hendrix erinnert. "Over The Green Hills Part 2" ist die Fortsetzung des Introtitels, welche sich deutlich von allen anderen Songs absetzt. Vor allem, weil beide Teile von einem Akustikgitarrenthema getragen sind und recht harmonische Vokalharmonien aufweisen.

Fazit Tons Of Sobs ist aus meiner Sicht eines der bemerkenswertesten Blues-Rock Alben der späten 1960er aus England. Wenn man bedenkt, wie jung die Musiker damals waren, dann ist das schon sensationell. Rodgers singt klasse, Kossoff konnte sich aus meiner Sicht selten besser in Szene setzen. Kirke drummt kraftvoll und Fraser gibt dem Ganzen ein gutes Bass-Fundament. Für Freunde des UK Blues-Rock ist das Album aus meiner Sicht ein Muss.

Trackliste

  1. Over the Green Hills (Part I) (Rodgers) 0.49
  2. Worry (Rodgers) 3.26
  3. Walk in My Shadow (Rodgers) 3.29
  4. Wild Indian Woman (Fraser/Rodgers) 3.39
  5. Goin' Down Slow (Oden) 8.20
  6. I'm a Mover (Fraser/Rodgers) 2.56
  7. The Hunter (Jones/Wells/Dunn/Jackson/Cropper) 4.13
  8. Moonshine (Rodgers/Kossoff) 5.04
  9. Sweet Tooth (Rodgers) 4.54
  10. Over the Green Hills (Part II) (Rodgers) 1.58

Bonus Tracks auf CD-Ausgaben

  • I'm a Mover - BBC Session (Rodgers) 3.04
  • Waitin' on You - BBC Session (King/Washington) 2.15
  • Guy Stevens Blues (Rodgers/Fraser/Kirke/Kossoff) 4.39
  • Moonshine (Rodgers/Kossoff) 5.09
  • Sweet Tooth (Rodgers) 4.53
  • Visions of Hell (Fraser/Rodgers) 3.46
  • Woman by the Sea (Fraser/Rodgers) 3.30
  • Over the Green Hills - BBC Session (Rodgers) 3.51

Rezensent: MP

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