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Albumbesprechung Genesis - Genesis

Interpret: Genesis

Titel: Genesis

Erscheinungsjahr: 1983

Genre: Soft Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Genesis ist das zwölfte Studioalbum der Band Genesis. Das Album erschien im Jahr 1983. Genesis war mit diesem Album endgültig im Mainstream angekommen und befand sich gleichzeitig in einer ihrer kommerziell erfolgreichsten Phasen. Das Album lief sehr gut, Platin gab es in Frankreich und Deutschland, im UK gab es gar 2-fach Platin und in den USA sogar 4-fach Platin. Zu dem Zeitpunkt war es das erfolgreichste Album der Band. Die Kritiken zum Album fielen in der Regel gut aus.

Als dieses Album erschien, waren die ehemaligen Prog-Könige von Genesis mittlerweile zu großen Popstars geworden. Die Vorgängeralben schlugen alle Verkaufsrekorde der Band. Dieses Album konnte noch einmal einen draufsetzen. Auch wenn klassische Fans diese Phase der Band nicht mochten, so konnten Genesis doch Akzente setzen. Zu der Zeit lief es für die Musiker wie geschmiert, immerhin hatten Rutherford und Collins erfolgreiche Sideprojekte bzw. Soloprojekte am Laufen. Trotzdem konnten die verbliebenen drei Musiker auf die Schnelle dieses Album fertigstellen. Diese Umtriebigkeit und Omnipräsenz etwa von Collins und Rutherford machen sich aber auch negativ bemerkbar.

Wer frühe Genesis Werke mag, der wird mit diesem Album so seine Probleme haben. Aber Genesis waren doch selbstbewusst genug und überzeugt von ihrer Arbeit. Der lapidare Titel Genesis für dieses zwölfte Album zeugt davon. Und eines muss man den Musikern lassen: gute Pop-Songs konnten sie damals scheinbar im Schlaf vorlegen. Der Opener "Mama" stellt sicherlich eines der Highlights der modernen Bandgeschichte dar. Das Stück fängt mit einem sparsamen und langsamen Teil an, der fast schon bedrückend wirkt. Der Drumcomputer wird von relativ offenen Keyboardsounds ergänzt, dazu singt Collins ätzend und düster. "That's All" fällt etwas ab. Der Song ist zwar gut produziert, bildet aber das krasse Gegenstück zum düsteren Mama. "Home By The Sea" ist ebenfalls ein eher eingängiger Popsong, klingt aber interessanter als That's All. Der Song steht in der Tradition von Rutherfords Projekten. "Second Home By The Sea" ist ein Instrumentaltitel, der perfekt eingespielt und produziert wurde. "Illegal Alien" klingt zwar unverbindlich, aber relativ witzig und unterhaltsam. "Takin' It All Too Hard" ist die erste Ballade. Der Song ist professionell und gut eingespielt. "Just A Job To Do" ist eine flotte funky Nummer. Mit den jazzigen Einwürfen klingt das recht gut. "Silver Rainbow" liegt zwischen Ballade und Popsong. Der Song besitzt zwar gute Momente, allerdings fehlt der rote Faden und so wirkt der Song etwas unverbindlich. "It's Gonna Get Better" bietet nette Soundgimmicks und erinnert manchmal an alte Genesis Songs.

Fazit Genesis gelang mit diesem Album sicherlich ein großer Wurf. 1983 war die Band schon meilenweit von alten Sounds entfernt. Genesis gingen Richtung Poprock, und das nachhaltig. Dabei kann man nicht sagen, dass die Band schlechte Songs vorlegt. Mit Mama hatte sie sogar einen sehr guten Song an Bord, auch Songs wie Illegal Alien und die Ballade Takin' It All Too Hard können überzeugen. Just A Job To Do geht gut ab und zeigt eine minimale Experimentierfreude. Allerdings liegen die restlichen Songs nur auf Durchschnittsniveau. Das klingt dann wie ein Phil Collins Album oder ein Mike & The Mechanics Werk.

Trackliste

  1. Mama (Lyrics: Collins) 6:46
  2. That's All (Lyrics: Collins) 4:22
  3. Home by the Sea (Lyrics: Banks) 4:46
  4. Second Home by the Sea (Lyrics: Banks) 6:22
  5. Illegal Alien (Lyrics: Collins) 5:12
  6. Taking It All Too Hard (Lyrics: Rutherford) 3:54
  7. Just a Job to Do (Lyrics: Rutherford) 4:44
  8. Silver Rainbow (Lyrics: Banks) 4:27
  9. It's Gonna Get Better (Lyrics: Collins) 5:00

Rezensent: MP

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