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Albumbesprechung Journey - Next

Interpret: Journey

Titel: Next

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Next ist der Titel des dritten Journey Albums. Das Album erschien im Jahr 1977.

Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Greg Rolie (lead vocals/keyboards), Neal Schon (lead-vocals, guitar), Ross Valory (bass) und Aynsley Dunbar (drums). Greg Rolie fungierte nicht mehr als alleiniger Leadsänger, jetzt teilte er sich die Aufgabe mit Neal Schon und Ross Valory arbeitete sich als Background-Sänger ein. Es war eine der Sachen, welche die Band zu der Zeit als einen echten Schwachpunkt ausgemacht hatte (und schon auf dem nächsten Album nachhaltiger anging).

Musikalisch hatte die Band schon mit dem Vorgänger die Marschroute Richtung Mainstream ausgegeben. Das sollte auf diesem Album wohl weiter entwickelt werden. Insgesamt ging die Rechnung besser auf als beim Vorgänger, das Album erreichte immerhin Rang 85 der US-Charts. Allerdings fielen die Kritiken auch für das dritte Album insgesamt eher verhalten aus. Was überraschte: die Band klang auf Next besser und kompakter und doch ließ sie auf diesem Album mehr komplexe Ideen einfließen als auf dem Vorgängeralbum.

Die Songs

  • Der ganze Reigen beginnt mit lockerem Westcoastflair auf Spaceman. Das ist zwar AOR, aber die Band klingt irgendwie anders als zuvor. Vor allem Gregg Rolie schien enorm an seinem Gesang gearbeitet zu haben.
  • People ist einer der Versuche, etwas nach den Beatles zu klingen. Zumindest kommt das bei mir so an. In jedem Fall ist das besser gelungen als auf dem Vorgängeralbum. Interessant hier die Lennon-artige Stimmfärbung von Rolie.
  • I Would Find You ist ein episch angelegter spacig-psychedelischer Song. Das überzeugt und liegt schon etwas entfernt von klassischen AOR-Bands und Schon beweist, dass er durchaus Leads singen kann.
  • Here We Are rockt moderat mit einer leicht psychedelischen Beatlesnote. Wieder liegt Rolie verdammt nahe an Lennons Gesang. Bemerkenswert das Wechselspiel von kinderliedähnlichen Motiven, psychedelischem Beatles Material und komplexen Progähnlichen Einwürfen.
  • Hustler rockt in bester 70s Rockmanier gut ab, vor allem im Mittelteil geht enorm die Post ab.
  • Next ist ein Track mit einer guten dynamischen Bandbreite, wobei der Schwerpunkt auf hartem US-Rock der 70s mit psychedelischen Elemente liegt.
  • Nickel And Dime ist das einzige Instrumental und gleichzeitig mein persönliches Highlight. Der progressivste Track der Band mit vielen Odd Time Signatures und Breaks, welche an Rush erinnern.
  • Karma schließt das Album relativ laut und stellenweise ungehobelt rockend ab.

Fazit Next ist ein bemerkenswertes Album. Eigentlich war es der nächste Schritt Richtung AOR, aber es hat gleichzeitig die gefühlt größte Dichte an komplexen Motiven (mit dem diesbezüglichen Highlight Nickel And Dime). Insgesamt wirkt das auf Next alles viel geschlossener als auf den ersten beiden Alben. Die Songs sind allesamt von höherer Güte, Rolie und Schon spielen und singen auf eine noch höheren Niveau als zuvor. Tolles Album, für mich eines der Highlights im Journey Katalog.

Trackliste

  1. Spaceman (Dunbar/Rolie) 4:01 Lead Vocal: Gregg Rolie
  2. People (Dunbar/Rolie/Schon) 5:21 Lead Vocal: Gregg Rolie
  3. I Would Find You (Austin/Schon) 5:54 Lead Vocal: Neal Schon
  4. Here We Are (Rolie) 4:18 Lead Vocal: Gregg Rolie
  5. Hustler (Dunbar/Rolie) 3:16 Lead Vocal: Gregg Rolie
  6. Next (Cogdell/Dunbar/Rolie) 5:28 Lead Vocal: Gregg Rolie
  7. Nickel and Dime (Rolie/Schon/Tickner/Valory) 4:13 Instrumental
  8. Karma (Dunbar/Rolie/Schon) 5:07 Lead Vocal: Neal Schon

Rezensent: MP