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CD-Kritik Savatage - Fight For The Rock

Interpret: Savatage

Titel: Fight For The Rock

Erscheinungsjahr: 1986

Genre: Power Metal

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Fight for the Rock ist das vierte Album der Band Savatage. Das Album erschien im Jahr 1986 und kennzeichnet nach Ansicht vieler Fans und Kritiker einen Tiefpunkt in der Diskographie der Band. Das erste Album mit dem Bassisten Johnny Lee Middleton entstand in erster Linie nach den Wünschen der Plattenfirma und die Band landete damit nahe am AOR bzw. Mainstream.

Zu der Zeit schrieb Jon Oliva schon Pop/Rocksongs für andere Künstler und die Plattenfirma wollte etwas mehr der eingängigen Pop-Rocknote auf dem Album. Außerdem wurde die Band anscheinend dazu genötigt, zwei (verunglückte) Fremdkompositionen aufzunehmen. Alles in allem war das Ergebnis unbefriedigend. Jon Oliva distanzierte sich später von dem Album, die ganz Band war mit dem Output angeblich eher unzufrieden. Allerdings relativierte Jon Oliva seine Ansicht, wie man auf der 2011er Reissue lesen konnte:

Die Leute verstanden Fight For The Rock nicht…man erwartete ein Power Of The Night Teil 2

Er rechtfertigte die Forderung des Managements nach kommerziell erfolgreichen Produkten. Jon Oliva beschrieb die Realisierung aber auch als nicht einfach. Es war sein erster großer Trip ins Ausland, als die Band zu den Aufnahmen nach London flog. Jon sprach von Problemen, weil man nur wenige Songs für dieses Album geschrieben hatte. Und diese Songs entstanden meistens in der kleinen Küche ihres Appartements.

Ungeachtet der Rechtfertigungen bleibt Fight For The Rock wohl das schwächste Savatage Album. Die Band klingt zu oft nach einer Imitation damals erfolgreicher Hard-Rockbands. Allerdings wäre es tatsächlich unfair, das komplette Album als Müll zu verdammen.

Der Titelsong verströmt klassisches Arena-Rockfeeling, den Hauptanteil am Songwriting hatte Criss Oliva. Das ist schon einmal ein Song, der definitiv nicht schlecht gemacht ist. "Out On Streets" ist die Neuauflage eines Songs vom Album Sirens. Im Strophenteil noch recht angenehm klingend, flacht der Song im Refrain erschreckend ab. Hier hat Jon Oliva den Heavy-Anteil des alten Songs zu extrem beschnitten. "Crying For Love" klingt nach hartem Arena Rock. Mit dem Badfinger Cover "Day After Day" liegt die Band irgendwie daneben, der Song wirkt emotionslos heruntergespielt. Allerdings zeigt sie mit dem später folgenden Free-Cover, dass es noch schlechter geht.

"The Edge of Midnight" hat einige gute Momente. Das Intro mit den Bach'schen Orgelmotiven klingt interessant, auch der danach aufgesetzte Song ist ordentlich gemacht. "Hyde" bietet ebenfalls gute Ideen und rockt ordentlich. "Lady In Disguise" wirkt mit seinen AOR Sounds und den symphonischen Sounds allerdings störend. "She's Only Rock and Roll" klingt mit seinen harten Gitarrenriffs wieder ganz ordentlich. Die Coverversion des alten Free-Songs "Wishing Well" muss man als Totalausfall bezeichnen. Der Song ist einfach nachzuspielen, aber einfache Songs bedürfen einer umso größeren emotionalen Tiefe. Die entwickelt die Band zu keiner Zeit. Zum Schluss gibt es mit "Red Light Paradise" noch einen härteren Rocker. Bemerkenswert sind die Anleihen an das Hauptriff von I Was Made For Loving You, welche die Qualität des Songs aber nicht verbessern.

Fazit Was soll man sagen? Im direkten Vergleich zu Power Of The Night muss man dieses Album als einen Rückschritt bezeichnen. Die Band biedert sich offen dem Mainstream an, was man möglicherweise auf das Diktat der Plattenfirma zurückführen kann. Andererseits war Jon Oliva im Nachhinein von der Richtigkeit des Albums und der kommerziellen Ausrichtung überzeugt. Dennoch korrigierte die Band ihren Kurs schon mit dem nächsten Album. So bleibt Fight For The Rock letztlich eine Fußnote in der Heavygeschichte und der Geschichte von Savatage.

Trackliste

  1. Fight for the Rock 3:55
  2. Out on the Streets 3:58
  3. Crying for Love 3:27
  4. Day After Day 3:40
  5. The Edge of Midnight 4:52
  6. Hyde 3:51
  7. Lady in Disguise 3:08
  8. She's Only Rock 'N Roll 3:14
  9. Wishing Well 3:20
  10. Red Light Paradise 3:56

1997 Edel Music CD reissue

  • If I Go Away (Acoustic version) 3:50

2002 SPV CD reissue

  • The Dungeons are Calling (live - Ghost in the Ruins) 3:45
  • City Beneath the Surface (live - Ghost in the Ruins) 5:01

2011 CD Reissue Bonus Tracks

  • This Is The Time (Acoustic Version Jon Oliva 2010) 5:31
  • This Is Where You Should Be (von den Hall Of The Mountain King Sessions) 4:55

Rezensent: MP