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KurzInfo und Diskographie: Savatage

Savatage ist eine Band aus den USA, die 1978 in Florida von den Brüdern Jon und Criss Oliva gegründet wurde. Ursprünglich spielten Savatage eine Art Hair-Metal, den sie jedoch immer weiter verfeinerten und mit symphonischen Elementen anreicherten. Als eines der zentralen Bandalben wird dabei Gutter Ballet betrachtet, welches in der Regel auch zu den wichtigen Alben des härteren Rock gezählt wird und den Stilwechsel der Band zum progressiveren Metal kennzeichnet.

Multiinstrumentalist Jon und Gitarrist Criss Oliva spielten schon in einigen Bands, als sie 1980 mit Steve Doc Wacholz zusammentrafen. Der ersetzte Jon Oliva an den Drums. Im Jahr 1981 wurde die Band durch den Bassisten Keith Collins ergänzt, er löste Jon am Bass ab. Die vier musizierten zuerst unter dem Namen Avatar, der Name wurde 1983 zu Savatage (eine Kombination aus Savage und Avatar) geändert.

Die Band verlegte ihre ersten Alben Sirens und The Dungeons Are Calling mit geringem Erfolg auf einem Indie-Label. Aber immerhin waren sie so erfolgreich, dass sie 1985 einen Kontrakt bei einem Major Label erhielten. Es folgte das Album Power Of The Night, mit dem sie sich weltweit im Heavy-Bereich Gehör verschaffen konnte. Kommerziell war das Album aber kein ganz großer Erfolg. Die Plattenfirma soll damals Druck auf die Band ausgeübt haben und verlangte ein kommerzielleres Album. Dementsprechend war das folgende Album Fight For The Rock ein Kompromiss, mit dem letztlich keiner leben konnte. Das Album wird heute als das schwächste Bandalbum bewertet. Nach dem Album war die Stimmung in der Band auf dem Tiefpunkt, die Band stand kurz vor dem Aus.

Bassist Collins, dessen Bassparts die Oliva Brüder im Nachhinein neu einspielten, verließ die Band, für ihn kam Johnny Lee Middleton. Nach einem Konzert kam Paul O'Neill hinter die Bühne und zeigte sich beeindruckt von der Livepräsenz der Band. Für die Band bedeutete das Treffen mit O'Neill einen Wendepunkt und Neuanfang. Mit O'Neill produzierten Savatage im Jahr 1987 das erfolgreiche Album Hall Of The Mountain King. Es wird von Fans und Kritikern als Wendepunkt in der Geschichte der Band betrachtet, zum ersten Mal versuchten sich Savatage in symphonischen Parts und näherten sich dem Prog-Metal. Für die folgende Tour holten Savatage den Gitarristen Chris Caffery, der 1988 als neues Bandmitglied vorgestellt wurde. 1989 folgte mit Gutter Ballet der endgültige Durchbruch. Savatage legten ein Album mit vielen symphonischen Parts vor, welches auch im Prog-Metallager gut ankam. Mit dem Album verabschiedete sich die Band sozusagen vom Mainstream Metal und legte einen Meilenstein der Bandgeschichte vor.

Caffery verließ die Band vor den Aufnahmen zum folgenden Album Streets. Die Band hielt ihren Kurs bei und präsentierte eine aufwändig konzipierte Rockoper. Qualitativ stimmte die Richtung, allerdings brachen die Verkaufszahlen im Zeitalter des Grunge ein. Jon Oliva verließ die Band, blieb Savatage allerdings als Songwriter erhalten.

Für Jon Oliva stieß Zachary Stevens als Sänger zur Band, mit ihm nahmen Savatage das 1993er Album Edge Of Thorns auf. Wieder wurde das Album von Kritikern gelobt, auch das öffentliche Interesse nahm wieder zu. Dieser Aufwärtstrend erfuhr mit dem frühen Tod von Criss Oliva im Jahr 1993 allerdings einen Dämpfer. Jon Oliva sprang in die Bresche und verkündete, dass er Savatage und damit die Erinnerung an seinen Bruder erhalten wolle.

Criss Oliva wurde kurzfristig durch Alex Skolnick (Testament) besetzt. Allerdings wurde das 1994er Album Handful Of Rain von Jon Oliva nahezu im Alleingang eingespielt. Unterstützung holte er sich lediglich durch Leadgitarrist Skolnick und Sänger Stevens.

Nach Handful Of Rain und der folgenden Tour mit dem Live Album Live in Japan/Japan Live '94 ging Skolnick, für ihn kam Gitarrist Chris Caffery wieder. Aus marketingtechnischen Gründen verlangte die Plattenfirma aber einen zusätzlichen bekannten Gitarristen. Den fand man in Al Pitrelli, der zuvor u. a. bei Alice Cooper und Asia tätig war. 1995 folgte mit der Rockoper Dead Winter Dead ein weiterer Meilenstein der Bandgeschichte. Wieder legte die Band ein ausgereiftes und vielschichtiges Album vor, welches den Balkankonflikt thematisierte. Der Song Christmas Eve Sarajevo 12/24 erreichte ein gutes Radio-Airplay und wurde ein inoffizieller Weihnachts-Hit.

In der Folge wurde die Oper unter dem Projektnamen Trans-Siberian Orchestra mit großem Orchester noch einmal aufgelegt. Zukünftig sollte das Trans-Siberian Orchestra sozusagen ein Projekt von Savatage (oder vielmehr von Jon Oliva) werden, welches die Band in der Folge vornehmlich pflegte. Dennoch folgte 1998 ein neues Savatage Album, The Wake Of Magellan. Das Album wurde ein großer Erfolg, in Deutschland erreichten Savatage immerhin Rang 11 der Charts. Noch besser lief es mit dem 2001er Album Poets And Madmen. Zu dem Album kehrte Jon Oliva endgültig als Leadsänger zurück. Pitrelli verließ die Band vor dem Album und wechselte zu Megadeth, wo er etwas glücklos agierte.

Irgendwie wurde die Situation bei Savatage ab 2001 sehr unübersichtlich. Nach den Aufnahmen zu Poets And Madmen kamen Sänger Damond Jiniya und Gitarrist Jack Frost zur Band. Kurzfristig stieß Annihilator Chef Jeff Waters als Leadgitarrist zur Band. 2002 musste man von einer Auflösung der Band ausgehen, zumal sich die meisten Musiker an eigenen Projekten bzw. am Trans-Siberian Orchestra versuchten. Die Gründung der Band Jon Oliva's Pain wurde von der Presse als endgültiges Ende von Savatage kolportiert.

Ab 2006 brodelte die Gerüchteküche immer wieder. Jon Oliva sprach zunächst von einer möglichen Reunion, schloss dies später aber wieder aus. Chris Caffery feuerte die Gerüchteküche an, indem er über mögliche neue Bandbesetzungen spekulierte. Im Spätjahr 2008 gab es eine neue offizielle MySpace Seite von Savatage, welche auch neue Aktivitäten ankündigte. Allerdings trat Jon Oliva erneut auf die Bremse und stellte klar, dass sich alle Aktivitäten auf Re-Releases des kompletten Savatage Katalogs beschränkt. Tatsächlich wurde ab 2010/2011 praktisch der gesamte Katalog der Band neu aufgelegt. Aber die Hoffnung stirbt auch zuletzt. 2014 kündigte die Band an, dass zum Wacken 2015 das Trans-Siberian Orchestra auftritt, später soll es angeblich wieder Auftritte von Savatage geben.

 

Diskographie Savatage

Studioalben

Live

Compilations

  • 1995 From the Gutter to the Stage
  • 1997 The Best and the Rest
  • 1998 Believe
  • 2010 Still the Orchestra Plays

EPs

  • 1985 The Dungeons Are Calling
  • 1995 Chance EP
  • 1995 Doesn't Matter Anyway EP


 

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