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Albumbesprechung The Byrds - Fifth Dimension

Interpret: Byrds

Titel: Fifth Dimension

Erscheinungsjahr: 1966

Genre: Folk-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Fifth Dimension ist das dritte Studioalbum der Band The Byrds. Das Album erschien im Jahr 1966. Während der Aufnahmen hatte Gene Clark die Band verlassen. Das hatte Auswirkungen auf den Bandsound. Die gesamte Konzeption des Albums unterschied sich von früheren Arbeiten. Zum ersten mal verzichtete die Band komplett auf Bob Dylan Kompositionen. Gene Clark war ein wichtiger Songlieferant in der Band. Diese Lücke versuchten Jim McGuinn und David Crosby zu stopfen. Das funktionierte nicht ganz so gut, zumindest hielt sich der Erfolg des Albums in Grenzen. Auch die ausgekoppelten Singles Eight Miles High, 5D und Mr. Spaceman konnten nicht hoch charten. Viele Betrachter bewerteten den Output der Band auf diesem Album als zu uneinheitlich. Andererseits wird gerade diese Album aufgrund seiner experimentellen Ausrichtung heute als eines der wichtigen Alben der Byrds betrachtet.

Die Byrds wurden schon 1964 gegründet. Sie gelten als die Begründer des Folk-Rock bzw. des Country-Rock. Roger/Jim McGuinn war, ungeachtet der Beiträge der anderen Musiker, immer einer der bestimmenden Bandfaktoren. Seine Stimme und der Sound seiner zwölfsaitigen Rickenbaker prägten den Sound der Byrds. Gene Clark war zwar ebenso ein wichtiges Bandmitglied, aber Tatsache war auch, dass zu Zeiten von Mr. Tambourine Man oder Turn Turn Turn die Band praktisch nur aus McGuinn plus Sessionmusikern bestand. Das änderte sich im Lauf der Zeit nur unwesentlich, da McGuinn wohl kein einfacher Charakter war. Das bescherte der Band viele Besetzungswechsel, letztlich zerbrach sie auch daran.

Das vorliegende Album ist ein gutes und interessantes Beispiel der Musik der Byrds. Es war das dritte Studioalbum der Byrds. Auf den ersten beiden Alben spielte die Band einen ziemlich reinrassigen Folkrock und stützte sich gerne auf Kompositionen von Bob Dylan. Mit dem dritten Album wagten die Byrds die ersten Experimente. Man verwob psychedelische Strukturen mit dem klassischen Byrdssound, und man hörte das erste mal nennenswerte Country-Rock Anklänge (wenn auch sehr zurückhaltend). Der Kernsong des Albums ist ohne Zweifel "Eight Miles High". Gene Clark schrieb diesen Song noch und stellte hier einen interessanten Mix aus klassischem Byrds Folk Rock und Psychedelic Sounds vor. Interessant sind die subtilen Einflüsse der damals beliebten Indien Sounds Richtung Ravi Shankar. Auch "5D" von McGuinn stellt einen Mix aus Folk-Rock und Psychedelic dar. McGuinn versuchte sich hier thematisch an Einsteins Relativitätstheorie. Ebenfalls experimentell gab sich die Band mit dem" 2-4-2 Fox Trot (The Lear Jet Song)". Der Song wurde mit etlichen Music Concrete Elementen aufgepeppt. Auch "I See You" kann man als vergleichsweise experimentell bezeichnen. Der Song besitzt einen gewissen Jazz-Touch. Dazu würzt die Band den Song wiederum mit recht psychedelischen Gitarrenparts.

Auf der anderen Seite stehen traditionelle Folk Songs wie "Wild Mountain Thyme" und "John Riley" neben dem netten Country-Rocksong "Mr. Spaceman". Ganz interessant und durchaus witzig wirkt die Tex-Mex Version des Songs Hey Joe. Sehr düster wirkt der Song "I Come and Stand at Every Door", der inhaltlich den Tod eines Kindes nach dem Atombombenwurf auf Hiroshima verarbeitet.

Fazit Das Album Eight Miles High steht, aus meiner Sicht, in der Mitte des musikalischen Schaffens der Byrds. Während die Band zuvor vor allem dem Folk-Rock frönte und später eher zum Country-Rock tendierte, präsentiert die Band hier ein experimentelles Album mit Einflüssen auf Folk und Country, aber auch einigen psychedelischen Momenten. Während man das Album im Erscheinungsjahr größtenteils etwas verhalten aufnahm, zählt man es heute zu den Meilensteinen der Rockmusk bzw. des psychedelisch beeinflussten Folk-Rock. Der Song Eight Miles High gehört mittlerweile zu den Klassikern des Rock und wurde von andern Künstlern vielfach gecovert. Die stilistische Bandbreite des Albums ist beachtlich und Fifth Dimension stellt ein interessantes Zeitdokument dar. Von daher ist Fifth Dimension ein interessantes Album, wer die Band vor allem wegen Songs wie Turn Turn Turn oder Mr. Tambourine mag, der könnte allerdings etwas enttäuscht werden.

Trackliste

  1. 5D (Fifth Dimension) (Jim McGuinn) 2:33
  2. Wild Mountain Thyme (traditional, arranged Jim McGuinn, Chris Hillman, Michael Clarke, David Crosby) 2:30
  3. Mr. Spaceman (Jim McGuinn) 2:09
  4. I See You (Jim McGuinn, David Crosby) 2:38
  5. What's Happening?!?! (David Crosby) 2:35
  6. I Come and Stand at Every Door (Nâzim Hikmet) 3:03
  7. Eight Miles High (Gene Clark, Jim McGuinn, David Crosby) 3:34
  8. Hey Joe (Where You Gonna Go) (Billy Roberts) 2:17
  9. Captain Soul (Jim McGuinn, Chris Hillman, Michael Clarke, David Crosby) 2:53
  10. John Riley (traditional, arranged Jim McGuinn, Chris Hillman, Michael Clarke, David Crosby) 2:57
  11. 2-4-2 Fox Trot (The Lear Jet Song) (Jim McGuinn) 2:12

1996 CD reissue bonus tracks

  • Why [Single Version] (Jim McGuinn, David Crosby) 2:59
  • I Know My Rider (I Know You Rider) (traditional, arranged Jim McGuinn, Gene Clark, David Crosby) 2:43
  • Psychodrama City (David Crosby) 3:23
  • ight Miles High [Alternate RCA Version] (Gene Clark, Jim McGuinn, David Crosby) 3:19
  • Why [Alternate RCA Version] (Jim McGuinn, David Crosby) 2:40
  • John Riley [Instrumental] (traditional, arranged Jim McGuinn, Chris Hillman, Michael Clarke, David Crosby) 16:53

Rezensent: MP