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CD-Kritik douBt - Never Pet A Burning Dog

Interpret: douBt

Titel: Never Pet A Burning Dog

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Jazz-Rock, Prog

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Never Pet a Burning Dog ist ein Album der Band douBt. Das Album erschien 2010 bei Moonjune Records. Bei douBt handelt es sich um ein Trio, welches aus dem britischen Keyboarder Alex Maguire, dem belgischen Gitarristen Michel Delville sowie dem US-amerikanischen Drummer Tony Bianco besteht. Als Gast holte man sich Richard Sinclair (ex-Caravan), der auf Track 1 und 5 singt und auf 1 und 2 die Basslines einspielt.

DouBt entstand wohl nach einer Zusammenarbeit von Maguire und Delville, welche sich als sehr fruchtbar herausstellte. Mit Never Pet A Burning Dog legt die Band nun ein Album vor, das mehr oder weniger improvisiert und live eingespielt wurde. Jedes der drei Bandmitglieder brachte sich dabei mit Kompositionen ein.

Sinclair spielt auf dem Opener "Corale di San Luca" Bass und steuert eine Art Sprechgesang bei. Nach einer ruhigen Eröffnung mit Kirchenglocken und schönen E-Pianosounds plus Sprechgesang von Sinclair gibt es etwas Drums dazu und der Song geht über in den zweiten Song "Laughter". Über einem Basisriff, welches dem Song einen gewissen roten Faden gibt, spielt die Band ziemlich schräg und kantig, sehr extrem klingen dabei die übersteuerten E-Pianosounds. "Over Birkerot" von Terje Rypdal ist die einzige Fremdkomposition auf dem Album. Bianco gibt dem Song einen guten Drive, wobei die Gitarren- und Keyboardsounds stellenweise hart klingen. "Sea" ist ein Bianco Song. Der free-jazzige Song wird von Biancos Drumming und den E-Piano Sounds von Maguire geprägt. "Passing Cloud" schrieb Maguire zusammen mit Sinclair, der hier auch singt. Dessen warme Stimme erinnert dann auch sofort wieder an Caravan. Der Song wirkt in sich ruhend und geschlossen - ganz anders als der Vorgängersong. "Cosmic Surgery" von Delville eröffnet mit einer Figur, die etwas an die frühen Gentle Giant erinnert. Der Song legt dann aber mit der verzerrten Gitarre und den dichten Orgelparts von Maguire zu. Das hat manchmal etwas von den frühen King Crimson. "Aeon" ist ein weiterer Song von Bianco. Bianco spielt energetischer als auf Sea, aber auch hier überwiegt ein free-jazziger und ziemlich komplexer Charakter. Dabei erinnern die Gitarrenlines von Delville wieder an Rypdal. "Beppe's Shelter" ist der Abschlusstrack. Der Song pendelt zwischen Jazz-Rock und klassischem Prog. Hier erinnern wieder einige Motive an King Crimson, die zarte Querflöte darüber wirkt fast schon kontrapunktisch.

Fazit Never Pet a Burning Dog ist ein interessantes Album. DouBt legen ein, mehr oder weniger, improvisiertes Jazz-Rock Album vor. Das Material wurde weitestgehend Live eingespielt und die drei Musiker konnte so ihre persönlichen Einflüsse mit einbringen. Daher sind Einflüsse aus Rock und klassischem Prog a la King Crimson und Gentle Giant stets präsent. Zum Glück, möchte man sagen, denn es macht das Album interessanter. Rein improvisierte Musik ist dennoch immer eine heikle Angelegenheit, auch DouBt loten die Grenzen genüsslich aus. Aber es gelingt den Musikern, den roten Faden anzubieten, dem man dann auch folgen kann. Eine Ausnahme bilden, aus meiner Sicht, die beiden Songs von Bianco. Für Mainstream Fans ist dieses Album definitv nichts - für Jazz-Fusion Fans und Prog-Fans könnte es interessantes Material bieten.

Trackliste

  1. Corale di San Luca 3:05
  2. Laughter 6:25
  3. Over Birkerot 8:53
  4. Sea 7:57
  5. Passing Cloud 4:08
  6. Cosmic Surgery 6:45
  7. Aeon 7:28
  8. Beppe's Shelter 8:16

Rezensent: MP

Anmerkung

Leonardo Pavkovic hat auf Bandcamp eine Downloadplattform gestaltet, dort kann man auch dieses Album zu einem günstigen Preis downloaden: → Downloadadresse

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