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Albumbesprechung Steve Miller Band - Abracadabra

Interpret: Steve Miller Band

Titel: Abracadabra

Erscheinungsjahr: 1982

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen

(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Abracadabra ist das zwölfte Album der Steve Miller Band. Das Album erschien im Jahr 1982 und war äußerst erfolgreich. In den USA gab es Platin für das Album, der Titelsong wurde weltweit ein großer Hit.

Der Erfolg erstaunte etwas, denn die Erfolgskurve der Steve Miller Band war damals längst abgeflacht. Steve Miller hielt zu sehr an alten Sounds fest und dieser Retrosound passte schlecht in die Post-Punkphase und den New Wave. Von daher war der Erfolg dieses Albums umso überraschender. Man muss den Erfolg jedoch vor allem dem überragenden Erfolg der Single Abracadabra zuschreiben. Diese war vergleichsweise modern gestaltet, im Sog ihres Charterfolgs dürfte sich dann auch das Album gut verkauft haben. Außerdem ließ sich Miller auf dem Album viele Songs von anderen Autoren liefern, was eine gewisse Modernisierung seiner Musik bedeutete.

Die Songs

Keeps Me Wondering Why klingt wie eine Mischung aus 50er Jahre Musik, Funk und New Wave. Das ist so ein Song, mit dem Miller den Zeitgeist gut treffen konnte. Abracadabra hat wiederum ein Retroimage, das durch allerlei Gimmicks und Synthies etwas in die Neuzeit gebracht wird. Something Special geht noch stärker in die Retroecke und erinnert an Material von Book Of Dreams. Give It Up zitiert aus den von Miller geliebten alten Zeiten, vor allem die Gesangsharmonien könnten direkt von einem 1950s Album stammen. Never Say No ist ein Song, der durchaus von Alben wie Fly Like An Eagle oder Book Of Dreams hätte stammen können.

Things I Told You klingt moderner. Die Songwriter Mallaber und Massaro steuern einen Song bei, dessen Wurzeln im modernen US-Rock mit New-Wave Einflüssen liegen. Young Girl's Heart ist ein weiterer Song von Mallaber und Massaro. Wieder besitzt der Song eine recht moderne Ausrichtung - für Miller Verhältnisse, wohlbemerkt. Goodbye Love atmet mehr klassische Einflüsse, erinnert vom Aufbau stellenweise an Paul Simon Songs. Cool Magic bietet mit seinem Mix aus Beatles, Psychedelic sowie US-Rock interessante Ansätze. While I'm Waiting beendet das Album ganz und gar US-amerikanisch als eine Art Country Ballade.

Fazit Mit Steve Miller bzw. der Steve Miller Band ist das immer so eine Sache. Miller lieferte immer wieder gut konsumierbare Musik mit ordentlicher Musik, allerdings lebte er in der Regel immer von einem oder zwei richtig guten Songs auf einem Album. Musikalisch hat Miller seine Vorliebe in Sounds der 1950er allgemein bzw. im Blues. Hier klingt er überraschend up to date (für damalige Verhältnisse). Vielleicht liegt das daran, das er wenige Songs selbst geschrieben hat. So klingt das Album wie ein Mix aus Retro und Modern. Aber auch hier ist es so, dass Miller vor allem auf einen (witzigerweise von ihm selbst geschriebenen) Song bauen kann, den Titeltrack. Mit Abracadabra hat man dann auch den mit Abstand besten Song ausgekoppelt. Sonst bietet die Steve Miller Band hier aus meiner Sicht ordentliche Kost, mehr nicht.

Trackliste

  1. Keeps Me Wondering Why (Mallaber/Lewis) 3:45
  2. Abracadabra (Miller) 5:08
  3. Something Special (Mallaber/Turner/Douglass) 3:33
  4. Give It Up (Miller) 3:37
  5. Never Say No (Mallaber/Massaro/Lewis) 3:39
  6. Things I Told You (Mallaber/Massaro) 3:19
  7. Young Girl's Heart (Mallaber/Massaro) 3:38
  8. Goodbye Love (Mallaber/Douglass/Turner) 2:56
  9. Cool Magic (Mallaber/Lewis) 4:25
  10. While I'm Waiting (Mallaber/Massaro) 3:26

Rezensent: MP