Anzeige

Albumbesprechung The Who - Tommy

Interpret: The Who

Titel: Tommy

Erscheinungsjahr: 1969

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Tommy ist ein Album der Band The Who, welches im Jahr 1969 erschien. The Who (hier vor allem Pete Townshend) schufen mit dieser Rockoper einen Meilenstein der Rockmusik. Das Album verkaufte sich ca. 20 Millionen mal. Im Jahr 1998 wurde das Album in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Mit dem Album Tommy läutete die Band eine neue Ära ein. The Who präsentierte eine recht aufwändige und vielschichtige Interpretation der Rockmusik. Das Album setzte als eines der wichtigsten Konzeptalben Maßstäbe für andere Rockbands.

Das Album bzw. dessen Konzeption war 1969 vergleichsweise revolutionär. Tommy wurde als eine Art Rockoper konzipiert. Die Idee von Konzeptalben war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr neu, vorher hatten schon die Beach Boys mit Pet Sounds und die Beatles mit Sgt. Pepper ähnliches gewagt. Tommy geht aber etwas weiter. Es ist eine Art Rockoper mit einer in sich geschlossenen Geschichte. Tommy erzählt die Geschichte des tauben, stummen und blinden Jungen Tommy Walker. Das Ganze wurde später noch in eine Filmhandlung gegossen und als Musical sowie als Ballett veröffentlicht.

Tommy muss als Gesamtwerk gesehen werden und auch so bewertet werden. Von daher sollte man etwas zum Inhalt wissen.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Songs beschreiben Stationen des Lebens von Tommy. It's A Boy beschreibt die Geburt. 1921 beschreibt traumatische Kindheitserlebnisse (die Ermordung des Liebhabers der Mutter durch den Vater). Diese Erlebnisse machen Tommy stumm, blind und taub. Tommy zieht sich in seine eigene Welt zurück. Er erlebt weitere schlimme Dinge, wie den Missbrauch durch Verwandte (Cousin Kevin) oder traumatisierende Heilversuche (Acid Queen). Schließlich entwickelt der verstörte Junge ein außergewöhnliches Talent am Flipper Automaten und steigt zum Flipper Superstar auf (Pinball Wizard). Schließlich gibt es Hoffnung auf Heilung (There's A Doctor), nach der Tommy sein Spiegelbild zerbricht (Go To The Mirror, Smash The Mirror). Die Wunderheilung (Miracle Cure) ist eine Sensation. Tommy steigt zum Messias auf. Seine Fans glauben an ihn, Tommy will jedoch den Weg des Messias nicht gehen. Daraufhin lassen ihn seine Anhänger fallen (We're Not Gonna Take It).

Inhaltlich ist Tommy ein gut gemachtes und in sich geschlossenes Werk. Die Musik dazu rundet das Spektakel gelungen ab. Insgesamt handelt es sich um 24 Songs. Eine Komposition ist die Version eines Blues-Klassikers von Sonny Boy Williamson II (Eyesight To the Blind). Sie passt inhaltlich recht gut in das Konzept. Drei Kompositionen stammen vom Bassisten John Entwistle, eine von Drummer Keith Moon. Alle anderen Songs wurden von Pete Townshend geschrieben. Musikalisch wird so ziemlich alles geboten. Es gibt einige kurze Versatzstücke. Dazu kommen zwei längere orchestrale Stücke (Overture und Underture). Viele Stücke liegen im klassischen Beatbereich, dazu kommen einige schöne Riff-Rock Nummern und gelungene Akustiknummern. Etwas aus dem Rahmen fällt die lustige Vaudeville Nummer Tommy's Holiday Camp von Keith Moon. Herausragend aus der Summe der Songs sind aus meiner Sicht die orchestralen Tracks Overture und Underture, der Rockklassiker Pinball Wizard, die schöne akustische Nummer Tommy Can You Hear Me? sowie der Song Acid Queen. Gut gelungen ist der musikalische Faden, der sich durch das Album zieht. Die Band zitiert einige Themen immer wieder, was sehr gut zur Darstellung die Story passt.

Fazit Wie gesagt muss man Tommy als gesamtes Werk betrachten. Dasist einmal die gelungene Story des Jungen Tommy. Dazu kommt die kongeniale musikalische Umsetzung, durch die sich immer ein roter Faden zieht. Der eigentliche Wert des Albums wird nur klar, wenn man beide Bereiche zusammen betrachtet. Die Story ohne die Musik und umgekehrt die Musik ohne die Story funktionieren für sich zwar noch gut, aber eben nicht so stark wie im Paket. Und als Gesamtpaket gehört Tommy ohne Zweifel zu den wichtigen Alben der modernen Rockmusik.

Trackliste

  1. Overture
  2. It's A Boy
  3. 1921
  4. Amazing Journey
  5. Sparks
  6. Eyesight To The Blind
  7. Christmas
  8. Cousin Kevin
  9. The Acid Queen
  10. Underture
  11. Do You Think It's Alright?
  12. Fiddle About
  13. Pinball Wizard
  14. There's A Doctor
  15. Go To The Mirror!
  16. Tommy Can You Hear Me?
  17. Smash The Mirror
  18. Sensation
  19. Miracle Cure
  20. Sally Simpson
  21. I'm Free
  22. Welcome
  23. Tommy's Holiday Camp
  24. We're Not Gonna Take It

Rezensent: MP