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Albumbesprechung Triumvirat - Mediterranean Tales (Across the Waters)

Interpret: Triumvirat

Titel: Mediterranean Tales (Across the Waters)

Erscheinungsjahr: 1972

Genre: Prog-Rock, Klassik-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Mediterranean Tales (Across the Waters) ist das Debütalbum der Band Triumvirat. Das Album erschien im Jahr 1972. Die Band musizierte damals in der Besetzung Hans Bathelt (drums, percussion), Jürgen Fritz (organ, electric piano, piano, synthesizer, percussion, vocals) und Hans Pape (bass, lead vocals). Dabei war Jürgen Fritz ohne Zweifel der Chef der Band - was er später auch mal klar formulierte. Wer über Triumvirat schreibt, dem kommt unwillkürlich auch Eloy in den Sinn. Weniger wegen der musikalischen Ausrichtung, sondern vielmehr wegen des Ansehens. Triumvirat war neben Eloy die deutsche Band, die wohl am meisten polarisierte. Von den einen geliebt, von den anderen gehasst. Die Kritiker, speziell in Deutschland, ließen an Triumvirat kaum ein gutes Haar. Das Album Mediterranean Tales (Across the Waters) fiel in Deutschland dementsprechend total durch, in den USA nahm man aber sehr wohl Notiz von der deutschen Ausgabe der Band ELP. Parallelen zu ELP gibt es in der Tat, aber das macht eine Band nicht unbedingt schlecht.

Dementsprechend überrascht es auch nicht, dass die Keyboards die Akzente setzen, Parallelen zu Keith Emerson sind durchaus erkennbar. Ich würde mal sagen, dass sich Fritz zu keinem Zeitpunkt hinter diesem Giganten der Keyboards verstecken musste. Auf der langen Suite Across the waters gibt Fritz gleich mal einige Kostproben seines Könnens ab. Von Klassik über Prog, von Rock über Pop spannt die Band den Bogen. Fritz bietet die gesamte Palette. Ich behaupte mal, dass es von einer deutschen Band bis dahin kaum Vergleichbares gab. Eleven kids ist etwas kürzer gehalten. Nach mittelalterlichem und klassischen Intro wird es prog-rockig, die Gesangsparts wirken etwas unscheinbar.

E minor 5/9 minor /5 besitzt eine eher düstere Note. Der Song ist anfangs rhythmisch sehr relaxt angelegt, wird danach durch fast schon krautrockige Parts ergänzt und erhält zum Schluss einige interessante Ideen aus Prog und Klassik. Broken mirror beginnt mit klassischen Pianoparts. Danach wird es proggig mit schönen Rhythmuswechseln. Interessant sind die teilweise etwas schräg klingenden Gesangsparts und die dennoch eingängige Marschrichtung aufgrund des hohen Vokalanteils im Song.

Auf der Remaster CD packte man einige Bonus Tracks drauf. Be home for tea ist ein kurzer Edit vom vierten Track der Across The Waters Suite, Broken mirror ein Edit vom vierten Song. Ride in the night ist in erster Linie ein Rocksong, dem nahezu alle Prog- und Klassikanteile fehlen. Sing me a song klingt etwas dramatisch und stellenweise schwülstig, stellt aber eine außerordentlich gut produzierte Nummer dar.

Fazit Eigentlich ist es schwer nachvollziehbar, weshalb Triumvirat einen so schweren Stand speziell im eigenen Land hatte. Ungeachtet der Nähe zu Emerson Lake And Palmer klingt das für deutsche Verhältnisse und das Veröffentlichungsjahr fast schon sensationell gut. Fritz hält die Fäden in der Hand. Er zeigt, dass er ein verdammt guter Keyboarder ist. Auch Drummer Bathelt überzeugt auf ganzer Linie, die Bass- und Gesangsparts gehen in Ordnung - wobei die Qualität des Leadgesangs Geschmackssache ist. Egal, ob die Band nun nach ELP klang oder nicht - das Album ist gut. Wer auf Arbeiten etwa von ELP oder The Nice steht, der sollte mit Triumvirat auch gut zurecht kommen.

Trackliste

  1. Across the waters 16.34
    1. Overture
    2. Taxident
    3. Mind tripper
    4. 5 o'clock tea
    5. Satan's breakfast
    6. Underture
  2. Eleven kids 6.06
  3. E minor 5/9 minor /5 8.00
  4. Broken mirror 7.15
  5. Be home for tea (Bonus Track edit of track 1.4) 3.35
  6. Broken mirror (Bonus Track edit) 3.21
  7. Ride in the night (Bonus Track) 4.25
  8. Sing me a song (Bonus Track) 4.38

Rezensent: MP

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