Anzeigen






Info und Diskographie Eloy

Eloy ist eine deutsche Band, die 1969 in Hannover gegründet wurde. Im Prinzip handelt es sich um ein Projekt des Gitarristen und Sängers Frank Bornemann. Er ist, seit Bestehen der Band, die einzige Bandkonstante. Bornemann bestimmte den Kurs der Band nachhaltig. Die feierte zwischen 1976 und 1979 in der Besetzung Frank Bornemann (g, voc), Klaus-Peter Matziol (b), Detlev Schmidtchen (key) und Jürgen Rosenthal (dr) ihre größten Erfolge und lieferte mit Dawn, Ocean und Silent Cries & Mighty Echoes ihre erfolgreichsten Alben ab.

Eloy bilden ein Phänomen der deutschen Szene. Kaum eine Band polarisierte derart stark wie Eloy. Man könnte meinen, zu Eloy gibt es nur zwei Meinungen: Spitze oder Mies. Dabei hatten Eloy immer eine große Anhängerschaft, aber auch mindestens genauso viele erbitterte Gegner. Besonders die Medien waren von Eloy wenig angetan. Nicht selten warf man der Band unnötigen Pomp und Pathos vor. Die Texte der Band wurden gerne mal als "aufgeblasen und unnötig esoterisch" abgestraft. Ungeachtet dessen muss man Eloy zu den stilprägenden Deutschrockbands und Deutschen Progbands zählen. Die Band genießt auch im mittlerweile Krautockverrückten England einen recht guten Ruf.

Gründung und Release des Debütalbums

Frank Bornemann gründete die Band Eloy im Jahr 1969, den Namen entlieh er dem H.G. Wells Roman die Zeitmaschine und bezog sich konkret auf das Volk der Eloy. Die frühe Formation der Band bestand aus Bornemann, Erich Schriever (key, voc), Manfred Wieczorke (git), Wolfgang Stöcker (bass) und Helmut Draht (drums). Eloy gewannen ein paar Wettbewerbe und durften dafür im Studio Songs aufnehmen. 1971 gab es einen Plattenvertrag und Eloy spielten ihr erstes Album ein.

Damit spielte die Band, nach Ansicht Bornemanns, ein Album ein

welches den Zeitgeist dieser Epoche … treffend abbildet

Bornemann befand die frühen Alben der Band später auch als wenig ausgewogen und zu patchworkartig. Andere Aussagen Bornemanns zum Debütalbum waren ziemlich kritisch

Wir waren damals zum Teil noch Amateure und hatten das Album zwischen Tür und Angel unter Berücksichtigung unserer Auftraggeber zusammengeschustert. Ich fand das Album furchtbar schlecht.

Tatsächlich wurde das Debütalbum von Eloy auch von der Fachpresse zurückhaltend bewertet.

1972 - 1975: Umbesetzungen und erste Erfolge

Nach dem Debütalbum kam es zu einigen Umbesetzungen. Drummer Draht ging, er wurde durch Fritz Randow ersetzt. Erich Schriever ging auch, dafür übernahm Bornemann den Gesang und Wieczorke übernahm die Orgel. So spielte man 1973 das Album Inside ein. Die Band legte mit diesem Album deutlich zu und musizierte ganz im Geist des Krautrock jener Tage. Eloy konnten zu der Zeit mit einigen großen Liveauftritten auf sich aufmerksam machen.

Nach den Aufnahmen zu Inside verließ Bassist Stöcker die Band, er wurde durch Luitjen "Harvey" Jansen ersetzt. Mit Bornemann, Wieczorke, Randow und Jansen wurde das Album Floating eingespielt. Zu der Zeit entstand der Vergleich zwischen Bornemann und Jethro-Tull Sänger Ian Anderson. Der Musik Express schrieb damals

… vor allem die Stimme Frank Bornemanns bleibt im Ohr hängen, die man nur allzu leicht mit dem Jethro Tull Boss Ian Anderson verwechselt.

Die Band war anscheinend nicht so richtig zufrieden mit der Entwicklung. Nach einer dreimonatigen US-Tour folgte mit Power And The Passion ein mächtiges Werk. Bei dem Konzeptalbum mit einer durchgängigen Geschichte loteten Eloy neue Techniken und Instrumente aus. Außerdem holte man sich zu den Aufnahmen Detlef Schwaar als zusätzlichen Gitarristen. Das Album kam bei Fans gut an, wurde von der Kritik jedoch weniger gut bewertet. Innerhalb der Band schien es darüber zu Spannungen zu kommen, als großer Störfaktor wurde von Bandseite im Nachhinein Manager Jay Partridge ausgemacht. In der Folge brach die Band auseinander. Wieczorke zog es zur lokalen Konkurrenz von Jane, Fritz Randow wechselte zu Epitaph.

1976 - 1979: Eloy feiert in Topbesetzung ihre größten Erfolge

Wenn eine Band auseinanderfällt, ist das nie eine schöne Sache. Manchmal kann es aber auch ganz hilfreich ein. Bei Eloy muss man ganz klar von einer Weiterentwicklung sprechen. Bornemann formierte mit Detlev Schmidtchen (key, git), Klaus Peter-Matziol (bass) und Jürgen Rosenthal (drums) die - nach Ansicht der meisten Fans - beste Eloy Formation aller Zeiten. Der Erfolg gab dieser Besetzung in jedem Fall recht. Mit dem Album Dawn schaffte die Band den Durchbruch. Dawn war eines der bestverkauften Deutschrockalben im Jahr 1976. Und die Formation konnte zulegen - mit dem 1977er Album Ocean legten Eloy ihren Meilenstein und gleichsam einen Meilenstein des Deutschrock vor. Es soll das meistverkaufte deutsche Prog-Album aller Zeiten sein. Immerhin gab es 1995 ein Goldenes Album für 250.000 verkaufter Alben in Deutschland. Das ist beachtlich. Die folgenden Touren und der Livemitschnitt von 1978 bestätigten den Erfolg.

Allerdings spürte die Band mit dem steigenden Erfolg auch die Kehrseite des Geschäfts. Eloy hatten zwar schon immer polarisiert, aber diese Tendenz nahm mit den Erfolgen ab Dawn und Ocean zu. Man konnte fast meinen, diese Band wurde nur noch geliebt oder gehasst, dazwischen fand praktisch nichts mehr statt. Erschwerend wirkte sich der Druck innerhalb der Band aus, der zu Spannungen führte. Vor allem zwischen Frank Bornemann und Jürgen Rosenthal kam bezüglich der von Rosenthal verfassten Texte immer wieder zu Streitigkeiten. Obwohl die Band mit dem schnell aufgenommenen Silent Cries And Mighty Echoes nicht enttäuschte, konnten Eloy den Erfolg von Ocean nicht bestätigen. Nach dem Release verließen Detlev Schmidtchen und Jürgen Rosenthal die Band, damit endet gleichzeitig die erfolgreichste Phase von Eloy.

1980 - 1984: Abwärtstrend und Auflösung

Die Band wurde umbesetzt. Bornemann hatte den Gitarristen Hannes Arkona geholt. Außerdem kam Keyboarder Hannes Folberth, an den Drums nahm Jim McGillivray Platz. Bornemann hatte zuvor mit dem Bau des eigenen Horus Studios begonnen, welches er dann zur Produktion von Colours nutzen konnte. Der Sound änderte sich und entfernte sich vom Sound der erfolgreichen Phase. Leider nahm auch die Tendenz der Polarisierung zu. Während Kritiker hier manchmal sogar lobende Worte fanden, waren jetzt nicht selten alte Fans verwirrt und kamen nicht mit den neuen Sounds zurecht.

Obwohl Eloy mit den ursprünglich als Doppelalbum geplanten Alben Planets und Time To Turn nicht enttäuschten, konnte die Band den kommerziellen Abwärtstrend nicht stoppen. Außerdem waren Bands wie Eloy in der Phase des Post-Punk eigentlich nur bedingt gefragt. Irgendwie kam es erneut zu Spannungen in der Band - Bornemann dazu (zu lesen auf der Eloy Website)

Zwischen mir und den anderen Bandmitgliedern … tat sich ein tiefer Graben in Bezug auf die Auffassung und den Umgang mit unserer künstlerischen Arbeit auf.

Das folgende Album Performance konnte den Abwärtstrend nicht aufhalten, man hörte der Produktion die Probleme innerhalb der Band regelrecht an. Die Band raffte sich trotzdem noch einmal auf und spielte 1984 das Album Metromania ein. Auch wenn das Album kein großer Erfolg wurden, so konnte man die Fans mit dem Album einigermaßen befriedigen. Überraschend gut lief das Album in England. Dennoch konnten die Gräben innerhalb der Band nicht überbrückt werden, Eloy brach als Band 1984 auseinander.

1984 - 1988: nicht viel Neues

Eloy schien in der Phase ab 1984 tatsächlich komplett aufgelöst zu sein. Bornemann hatte letztlich auch mit seinem Horus Studios guten Erfolg, denn dort wurden viele Heavy Produktionen aufgenommen. Trotzdem ließ ihn Eloy nicht ganz los

1988 - 1992: Eloy als Duo

1988 erschien das Album Ra, welches man aber kaum als Bandprojekt betrachten kann. Es war eine Arbeit von Bornemann und dem Keyboarder Michael Gerlach. Dazu holte man sich Gastmusiker. Nach dem Release war wiederum lange Zeit Ruhe, erst 1992 folgte das Album Destination. Dabei hielt Bornemann an der Duo-Besetzung mit Gerlach fest.

1993 - 1995: 25-jähriges Bestehen, kurzer Aufwind - Ocean II erscheint

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Band wurde ein Sampler zusammengestellt - Chronicles 1. Die meisten Tracks wurden dazu neu gemischt und remastered. Neben Bornemann und Gerlach kam auch Klaus-Peter Matziol wieder ins Studio. Anscheinend hatten Bornemann und Matziol damit wieder Blut geleckt, denn sie legten schnell das Album The Tides Return Forever vor und gingen sogar wieder auf Tour. Als Drummer engagierte man Bodo Schopf, Steve Mann übernahm Gitarren und Keyboards.

1995 folgte ein weiterer Sampler, Chronicles II und schließlich nahm die Band sogar ein Sequel ihres Ocean Erfolgsalbums auf - Ocean II. Damit konnte die Band überzeugen, viele Kritiker fanden lobende Worte. Erstaunlicherweise gingen die Lichter nach einer recht erfolgreichen Tour aber schnell wieder aus.

1996 - 2008: Bandpause

In der Phase von 1996 bis 2008 hörte man wenig Neues von der Band. Es kamen eigentlich nur noch Compilations auf den Markt. 2003 gab es mit Timeless Passages eine Song-Collection auf Doppel-CD.

2009: 40-jähriges Jubiläum, neues Studioalbum

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Eloy erschien die aufwändige DVD Sammlung The Legacy Box und ein neues Album wurde geplant.

Für das 2009er Studioalbum Visionary holte Bornemann alte Mitstreiter wie Matziol, Gerlach, Folbert und Bodo Schopf. Das Album bestätigte den klassischen Ruf der Band: die Fans mochten es, Eloy Gegner mochten in der Regel auch dieses Album nicht.

 

Diskographie Eloy

  • 1971: Eloy
  • 1973: Inside
  • 1974: Floating
  • 1975: Power And The Passion
  • 1976: Dawn
  • 1977: Ocean
  • 1978: Live
  • 1979: Silent Cries And Mighty Echoes
  • 1980: Colours
  • 1981: Planets
  • 1982: Time To Turn
  • 1983: Performance
  • 1984: Metromania
  • 1985: Codename Wildgeese (Soundtrack Bornemann/Gerlach)
  • 1988: Ra (Bornemann/Gerlach)
  • 1992: Destination
  • 1994: The Tides return forever
  • 1997: Eloy (Wiederveröffentlichung mit Interview und der ersten Single von 1970)
  • 1998: Ocean 2 - The answer
  • 2009: Visionary

Sampler

  • 1991: Rarities (73-84)
  • 1993: Chronicles 1
  • 1994: Chronicles 2
  • 1994: Best of 72-75 (early years)
  • 1996: Best of 76-79 (the prime)
  • 2003: Timeless passages
  • 2009: The Legacy Box

 

Zurück zu » Inhalt A - Z