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Info und Diskographie: Creedence Clearwater Revival (CCR)

Creedence Clearwater Revival (kurz CCR) war eine der erfolgreichsten US-Rockbands, die Ende der 1960er bis Anfang der 1970er aktiv war. Kaum einer Band gelang es, so viele Hits auf so wenigen Alben unterzubringen. In der Regel wird die Band (nach Meinung des Verfassers) viel zu wenig gewürdigt. Vielleicht liegt das auch daran, dass CCR in vielerlei Hinsicht ein Phänomen waren. Die Band verkaufte in den USA bislang schätzungsweise über 25 Millionen Alben, weltweit ungleich mehr. Die Alben erreichten in den USA immer wieder Topplatzierungen, ebenso in vielen anderen Ländern. In den USA jedoch konnte keine der Hitsingles jemals Rang 1 der Charts erreichen. Dafür platzierten CCR so viele Singles auf Rang 2 der Charts, wie kaum eine andere Band. Es handelt sich ohne Zweifel um eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Bands der frühen 1970er Jahre. Im Prinzip muss man CCR mit ihrem Roots Rock und Swamp-Rock auch als Pionier-Band des Southern-Rock zählen. CCR wurde 1993 in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen. Zentrum der Band war Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter John Fogerty. In der Band waren außerdem sein Bruder Tom Fogerty(Gitarre), Stu Cook (Bass) und Doug Clifford (Drums) dabei.

Die Urbesetzung von CCR war schon ab 1964 als The Blue Velvets und später als Golliwogs aktiv. Die Musiker hatten ab 1964 einen Plattenvertrag. Es gab wohl auch einige Single-Aufnahmen, welche jedoch allesamt etwas untergingen. 1967 bot man der Band dann an, ein komplettes Album einzuspielen. Allerdings musste man sich dazu des doch etwas unpassenden Bandnamens Golliwogs entledigen. Man einigte sich schnell auf den beachtlichen neuen Bandnamen Creedence Clearwater Revival.

1968 kam das selbstbetitelte Debütalbum Creedence Clearwater Revival heraus. Mit Rang 52 in den US-Charts war es noch nicht ganz so erfolgreich. Allerdings konnte die Single Suzie Q. Rang 11 der Singlecharts in den USA erreichen. I Put A Spell On You erreichte danach Rang 58 der Charts. Die Leute mochten die Musik. Anders die Kritiker, die anfangs nur wenig Interessantes in der Band sahen.

CCR tourten viel und brachte im Frühjahr 1969 das Album Bayou Country heraus, welches den Durchbruch für die Band bedeutete. Proud Mary erreichte Rang 2 der Singlecharts und gilt heute als ein Evergreen der Rockmusik. Das Album selbst erreichte Rang 7 der Charts und verkaufte sich bis heute in den USA über 2 Millionen mal.

Ein paar Wochen später legte Vielschreiber John Fogerty die Single Bad Moon Rising/Lodi vor. Wiederum sprang Rang 2 der Charts heraus und wieder kann man im Fall von Bad Moon Rising von einem Evergreen sprechen. Kaum überraschend wurde auch das im Spätjahr 1969 erschienene Album Green River ein Riesenerfolg. Es war das erste Nr. 1 Album für CCR in den USA und war auch in vielen anderen Ländern sehr erfolgreich. In den USA verkaufte die Band von Green River über 3 Millionen Exemplare.

Es folgten weitere intensive Touren mit Auftritten beim legendären Atlanta Pop Festival und in Woodstock, wobei der Auftritt von CCR in Woodstock durch Zeitverschiebungen im Programm praktisch gänzlich unterging. Noch 1969 erschien das vierte Album Willy And The Poor Boys. Auch hier legte die Band Singlehits wie Down On The Corner (Rang 3 der Charts) und Fortunate Son (Rang 14) vor. Außerdem spielten CCR hier zwei beliebte Cover der Leadbelly Songs Cotton Fields und Midnight Special ein. Willy And The Poor Boys war nicht ganz so erfolgreich wie Green River. Möglicherweise übersättigte John Fogerty mit seiner Taktik des hohen Outputs den Markt. Immerhin legten CCR alleine im Jahr 1969 drei Hitalben vor, welche sich alleine in den USA über 7 Millionen mal verkauften. Dazu kommen drei Hitsingles auf Rang 2 der Charts und eine auf Rang 3.

John Fogerty kannte keine Gnade und legte schon Anfang 1970 die Single Travelin' Band/Who'll Stop the Rain vor, die wiederum Rang 2 der Charts erreichte. Die nächste Single war Up Around the Bend/Run Through the Jungle. Sie erreichte Rang 4 der US-Charts. Im Juli 1970 folgte das Album Cosmo's Factory, welches von vielen Fans und Kritikern als das beste Album der Band bezeichnet wird. Es ist wohl auch das erfolgreichste Album der Band. Alleine in den USA verkaufte es sich über 4 Millionen mal und erreichte in den USA und vielen anderen Ländern Rang 1 der Albumcharts. Eine weitere ausgekoppelte Single war Lookin' Out My Back Door/Long As I Can See the Light, die wiederum Rang 2 der Single Charts in den USA erreichte.

Mit Cosmo's Factory erreichten CCR den absoluten Höhepunkt, in jeder Hinsicht. Ansonsten stimmte nur noch wenig. Aufgrund der massiven Veröffentlichungen nahm das Gefühl der Übersättigung zu. CCR waren zu omnipräsent, außerdem klang ihr Sound für viele Fans mittlerweile überholt. Auch innerhalb der Band stimmte es nicht mehr. John Fogerty hielt praktisch alle Fäden in der Hand. Er war Hauptsongwriter, Leadsänger und Leadgitarrist. Er managte die Band im Prinzip (was sich im Nachhinein durchaus als Fehler herausstellen sollte). Die anderen fühlten sich unterbewertet, vor allem Johns älterer Bruder Tom Fogerty schien sehr unter der Situation zu leiden.

Ungeachtet der Probleme erschien noch im Spätjahr 1970 das Album Pendulum. Die Single Have You Ever Seen the Rain?/ Hey Tonight erreichte zwar die Top 10, stieg aber nur auf Rang 8. Das Album erreichte nur noch Rang 5 der US-Albumcharts. Der Sound der Band hatte sich merklich geändert. Die Aufnahmen waren relativ minimalistisch, die Songs waren andererseits durchaus komplex. Die Spannungen in der Band hielten an, zumal John Fogerty die Rolle des Chefs für sich reklamierte. Tom Fogerty kam damit nicht mehr zurecht. Er war mittlerweile mit seinem Bruder John zerstritten und verließ die Band.

CCR machten als Trio weiter und John Fogerty änderte das Konzept schließlich doch. Jeder sollte seine Ideen einbringen können und John Fogerty erklärte, dass er sich bei den Beiträgen von Cook und Clifford ausschließlich auf die Rhythmusgitarre beschränken wolle. Erstaunlicherweise lehnten Cook und Clifford zunächst ab, stimmten dann aber doch zu, weil Fogerty mit seinem Ausstieg drohte.

Mitte 1971 erschien die erfolgreiche Single Sweet Hitch Hiker (Rang 6 der US-Singlecharts). Nach einigen Tourneen folgte im April 1972 das letzte CCR Album Mardi Gras. Es enthielt, wie vereinbart, Songs von Fogerty, Cook, and Clifford. Das Album erreichte zwar Rang 12 der Charts und die Single Someday Never Comes erreichte zumindest noch Rang 25 in den USA. Im direkten Vergleich mit anderen Bandalben muss man Mardi Gras als kompletten Flopp betrachten. Von der Presse wurde das Album vernichtend bewertet und man geht davon aus, dass Mardi Gras nur aufgrund des Superstarstatus der Band überhaupt in die Charts kam.

Die Situation war verfahren. Dazu kamen auch noch Probleme bezüglich des Plattendeals. Fogerty hatte hier wohl keine glückliche Hand und ließ sich vom Eigner des Plattenlabels sozusagen über den Tisch ziehen. Bassist Stu Cook bemängelte, dass die Band wohl den schlechtesten Vertrag aller bekannte US-Musiker bzw. Bands hatte. Heute weiß man, dass CCR und Fogerty als Schreiber der meisten Hitsongs vergleichsweise wenig von den Erträgen gesehen hat. Im Prinzip hatte Fogerty an seinen eigenen Songs überhaupt keine Rechte. Dies rächte sich später, als er ein Soloalbum aufnahm. Weil es dem CCR Sound und damit letztlich seinem eigenen Sound zu ähnlich war, wurden ihm vom Rechteinhaber Plagiatsverstöße vorgeworfen!

Die CCR-Zeit war nach den vernichtenden Urteilen über Mardi Gras und die angesprochenen Probleme vorbei, CCR löste sich nach einer Tournee im Oktober 1972 auf. Cook und Clifford versuchten sich (ziemlich erfolglos) ab 1995 als Creedence Clearwater Revisited, während John Fogerty im Prinzip nur noch Solo weitermachte. Sein Bruder Tom versuchte sich ebenfalls als Solokünstler. Er verstarb aber schon am 06. September 1990. Die Gräben schienen tief gewesen zu sein, John und Tom sprachen nach dem Ausstieg von Tom angeblich nie mehr ein Wort miteinander.

 

Diskographie (Auszug)

Studio

Live

  • 1973 Live in Europe
  • 1980 The Concert

Compilations

  • 1972 Creedence Gold
  • 1973 More Creedence Gold
  • 1976 Chronicle, Vol. 1
  • 1976 Hot Stuff
  • 1977 The Best of Creedence Clearwater Revival
  • 1978 1968/1969
  • 1981 Creedence Country
  • 1986 Chronicle, Vol. 2
  • 1988 Rollin' on the River
  • 1988 21st Anniversary: The Ultimate Collection (24 Classic Hits)
  • 1995 CCR Forever - 36 Greatest Hits
  • 1999 Keep on Chooglin'
  • 2000 At the Movies
  • 2001 Creedence Clearwater Revival: Box Set
  • 2009 Creedence Cover The Classics
  • 2010 Chronicle