Thrash Metal ist eine Weiterentwicklung des klassischen Heavy Metal. Der Thrash entstand um 1980, als der Hair Metal und auch der New Wave Of British Heavy Metal am Entstehen waren. Man geht davon aus, dass der Thrash im Prinzip eine Mischung aus Heavy Metal und Hardcore Punk ist. Manchmal wird auch der Speed Metal als eine Quelle genannt. Der Einfluss des Speedmetal ist jedoch unklar, weil Speed Metal von einigen Fachleute als keine eigenständige HM-Art anerkannt wird und eher als eine Unterform des Thrash gilt. Andererseits wird Speed Metal in der Heavy Szene sehr wohl als eigenständige Musikform mit typischen Vertretern angesehen. Der Thrash Metal selbst wird als stilprägend für Death Metal, Black Metal und Groove oder Funk Metal angesehen.

In der Summe geht es den Thrashern darum, das bisherige Konzept vor allem um eines zu erweitern - Tempo und Energie. Dabei steht die Bezeichnung der Musik praktisch sinnbildlich für das musikalische Konzept. Thrash heißt in etwa dreschen oder prügeln. Und darum geht es. Im Thrash Metal wird ein Song in der Regel mit hoher Energie durchgeprügelt. Dabei kann ein hohes Tempo verwendet werden, es muss aber (aus meiner Sicht) nicht so sein. Das ist vielleicht ein Unterschied zum Speed Metal. Beim Speed Metal geht es nur um Geschwindigkeit, bei Thrash um Energie. Thrash Metal-Bands spielen nicht notwendigerweise nur mit hohem Tempo (Beispiele: Pantera's Album Cowboys From Hell oder Annihilator's Alice in Hell). Trotzdem wird auch bei niedrigen Tempi die Musik sehr kräftig und druckvoll gespielt.

Das erreichen die Musiker z. B. durch rhythmische Figuren, die mindestens im Sechzehntelbereich oder höher gespielt werden (vor allem die Bassdrums und die Gitarrenriffs). Die Gitarrenriffs werden häufig in den tiefen Registern gespielt, dazu werden die Gitarren gerne heruntergestimmt. In der Regel werden die Saiten mit der Anschlaghand gedämpft, was zusätzlichen Druck gibt. Die Energie wird oft durch Stakkato Riffs verstärkt. Im Solobereich finden sich im Thrash relativ viele Shredding-Gitarristen, die praktisch alle technischen Register ziehen. Es handelt sich in der Regel um ziemlich virtuose Musiker. Die Drummer spielen ebenfalls immer sehr druckvoll. Den Druck und Speed erzeugen sie meist durch Double Bass Spiel, dass oft permanent gespielt wird. Auch die Drummer des Genres zählen zu den Virtuosen ihres Fachs. Bassisten müssen zwangsweise schnell spielen, wenn sie dem Drummer folgen wollen. An die Sänger werden im Prinzip wenig Anforderungen gestellt. Häufig reicht es, wenn der Sänger zünftig gröhlen oder brutal singen kann. Stimmakrobatik ist beim Thrash weniger gefragt.

Inhaltlich geht es Thrashern häufig um den Nihilismus, das heißt alles ist nichts. Das hat Ähnlichkeit mit dem Hardcore Punk. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Bands, die sozialkritische Texte oder auch phantasievolle Geschichten beschreiben.

Thrash entstand, wie erwähnt in den frühen 1980ern. Die Basis wurde im Prinzip in Amerika gelegt, wo die Bay Area Scene entstand. Erste Einflüsse dürfte aber zum Beispiel die englische Band Motörhead auf die Szene gehabt haben. Nachdem mit Metallica und Exciter die ersten Thrashalben auf den Markt kamen, ergriff das Thrash Fieber auch Europa. Hier formierte sich eine starke Szene, vor allem in Deutschland. Im Jahr 1984 dürfte der Thrash seinen ersten Höhepunkt erlebt haben. In dem Jahr produzierten beispielsweise Metallica, Anthrax, Overkill, Slayer Alben. 1985 zogen dann z. B. Kreator, Sepultura und Megadeth nach. 1986 gilt indes als das wichtigste Jahr für das Genre. Es erschienen wichtige Alben des Thrash, u. a. Slayer's Reign In Blood, Kreator's Pleasure To Kill, Metallica's Master Of Puppets und Megadeth's Peace Sells…But Who's Buying.

Das Ende der 1980er brachte dann einschneidende stilistische Veränderungen in der Szene. Die Thrash Bands wurden in der Summe melodiöser. Neue Bands kamen hinzu, die ebenfalls melodiöser spielten als die alten Bands. Anthrax und Testament veröffentlichten recht melodiöse Alben. Auch Suicidal Tendencies, ehemaliger Punker, stießen mit eher melodischen Ideen zur Szene. Annihilator veröffentlichte ihr technisch anspruchsvolles Debüt-Album. Megadeth mit So Far So Good und Metallica mit and Justice For all schalteten einen Gang zurück. Man befürchtete allgemein das Ende der klassischen Szene, denn auch Anfangs der 1990er zeigten sich viele Thrash Bands eher von ihrer melodiösen Seite. Megadeth, Metallica, Testament oder Annihilator wurden noch kommerzieller. Einige der großen alten Thrash Bands lösten sich auf.

Allerdings stießen zu jener Zeit auch neue Bands zur Szene, welche den Thrash retteten und eine Form des Neo-Thrash einläuteten. Die bekannteste davon dürfte wahrscheinlich Pantera sein, die mit Cowboys From Hell einen Meilenstein des Genres ablieferte. Trotzdem wurde das Interesse am Thrash ab Mitte der 1990er geringer. Erst Mitte der 2000er stabilisierte sich die Szene wieder und bekam wieder große Nachfrage. Viele der alten Bands produzierten wieder (Sodom, Megadeth, Slayer, Kreator, Exodus, Overkill oder Testament). Die Story des Thrash scheint weiterzugehen.

Einige wichtige Thrash Bands

Annihilator, Anthrax, Destruction, Exodus, Kreator, Machine Head, Megadeth, Metallica, Pantera, Prong, Sacred Reich, Sepultura, Slayer, Sodom, Testament.
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